Anspruchsvolle Kunden und das Gebot der Transparenz in der Industrie 4.0

Aus Human Age 2.0: Future Forces at work

 

Der technologische Fortschritt und der Zugang zu Daten hat bei Unternehmen einen Goldrausch hervorgerufen, bei dem es darum geht, tiefere Einblicke zu gewinnen und die Effizienz zu steigern. Immer mehr Unternehmen nutzen für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften komplexe Supply-Chain-Systeme, und Kunden, Aufsichtsbehörden und Verbraucher fordern mehr Transparenz im Umgang mit Daten. Bevor sich aber ein Nutzen erzielen lassen kann, müssen Unternehmen lernen, diese neuen Tools sinnvoll einzusetzen und nicht in der Datenflut zu ertrinken. In Zeiten, in denen alles messbar ist, liegt die Herausforderung darin, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

© Tomasz Zajda

Der gläserne Mensch 

Mithilfe von Big Data wissen Unternehmen mehr über ihre Kunden als je zuvor. Aus Arbeitnehmersicht bietet die Massenindividualisierung personalisierte Erlebnisse. Die US-Handelskette Target sorgte für Aufsehen, als sie potenziell schwangeren Kundinnen Gutscheine für Babyprodukte schickte. Facebook und LinkedIn personalisieren ihre Anzeigen, und Google prognostiziert mit seinen prädiktiven Algorithmen alles Mögliche – von Wahlergebnissen bis hin zu Epidemien. Big Data schaffen aber auch Cyber-Risiken. Ausgeklügelte Cyber-Angriffe gegen Unternehmen wie Sony, JP Morgan und eBay geben den Führungsriegen zu denken. Laut einer Studie von Experis sind Sicherheitsexperten die von CEOs und CTOs am stärksten nachgefragten Fachkräfte und Stellen in diesem Bereich lassen sich nur schwer besetzen. So gaben 32 % der IT-Führungskräfte an, dass sie auf der Suche nach Sicherheitsexperten sind. Datenschutz, digitale Sicherheit und Cyber-Kriminalität werden auch in Zukunft in den Schlagzeilen sein. 

Digitale Informationen und Sicherheitslücken

Ein Mangel an aktuellen Mitarbeiterdaten gilt bei den Unternehmen zunehmend als große Sicherheitslücke. Ganze 80 % der Unternehmen haben keine verlässlichen Informationen zu den auf ihrem Firmengelände tätigen Personen, was für Risiko- und Rechtsabteilungen Anlass zur Sorge ist. Unternehmen wünschen sich digitale Informationen zu ihren Mitarbeitern, die auf einen Klick abrufbar sind. Dies reicht von Informationen zu Vorstrafen und Drogenkonsum über Arbeitszeitprotokollen bis hin zu im Notfall zu verständigenden Personen. Diese steigende Nachfrage nach mitarbeiterbezogenen Echtzeit-Informationen wird das Segment der Personalmanagement-Lösungen radikal verändern. Das Informationszeitalter wird auch in Zukunft neue Herausforderungen schaffen.