Arbeitsmarktbarometer MEOS: Gute Aussichten für Jobsuchende!

Deutsche Arbeitgeber starten optimistisch ins Jahr 2019 und schreiben erneut Stellen aus. Und das freut auch Bewerber! Welche Branchen das besonders betrifft und wo sich ein Jobwechsel jetzt richtig lohnen kann, zeigt das Manpower Arbeitsmarktbarometer MEOS.

Jeder zehnte Arbeitgeber plant, zwischen Januar und März kommenden Jahres neue Mitarbeiter einzustellen. Das ist ein Ergebnis des ManpowerGroup-Arbeitsmarktbarometers, für das 1.003 Arbeitgeber in Deutschland befragt wurden. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick liegt im ersten Quartal 2019 relativ stabil bei +8 Prozent. Dieser positive Wert bedeutet, dass über alle Branchen und Firmengrößen hinweg mehr Arbeitgeber einstellen als ihre Belegschaft reduzieren wollen.

Verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres stieg die Einstellungsbereitschaft um zwei Prozentpunkte. Für das derzeitige vierte Quartal 2018 prognostizierten die befragten Unternehmen jedoch den stärksten Wert seit sieben Jahren – daher ergibt sich zum Vorquartal eine leichte Abnahme um einen Prozentpunkt. Ein Grund ist vermutlich die Unsicherheit hinsichtlich weiterer Handelsstreitigkeiten und rund um den Brexit. Die heimischen Verbraucher sind jedoch weiterhin konsumfreudig und sorgen daher trotzdem für gute Stimmung in den Betrieben. Bremser des Tempos auf dem Arbeitsmarkt ist der hohe Bedarf an gut ausgebildeten Experten: Firmen haben Probleme, diese zu bekommen.

München hat die meisten Jobs zu bieten

In Deutschlands südlichster Metropole sind die Aussichten für Arbeitssuchende besonders gut: 21 Prozent der dortigen Firmen wollen zwischen Januar und März 2019 neu einstellen, 76 Prozent die Belegschaft stabil halten, nur 3 Prozent denken über eine Reduktion nach. Das beschert München den mit +20 Prozent positivsten Beschäftigungsausblick aller Regionen – den stärksten Wert seit 2012. Im Städtevergleich schiebt sich die bayrische Landeshauptstadt vor Berlin. Während die Stadt an der Spree in den vergangenen drei Quartalen 2018 vor der bayrischen Metropole lag, fällt sie nun deutlich zurück. Die Hauptstadt liegt mit einem Beschäftigungsausblick von +16 Prozent noch an zweiter Stelle der Regionen, verliert aber ganze 10 Prozentpunkte zum Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr gewinnt Berlin jedoch 7 Prozentpunkte. Immerhin 18 Prozent der Berliner Unternehmen planen Einstellungen, 77 Prozent wollen die Beschäftigungszahl stabil halten. Es folgt Frankfurt am Main mit einem Beschäftigungsausblick von +12 Prozent, ein Gewinn um je 1 Prozentpunkt zum Vorquartal und Vorjahr.

Baubranche und Industriefirmen suchen Fachkräfte

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland blickt mit +12 Prozent besonders positiv in die Zukunft. Der Wert steigt im Vergleich zum Vorquartal um 5 und im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozentpunkte. Damit ist dies die optimistischste Branche im Arbeitsmarktbarometer. 17 Prozent der Firmen in der Branche wollen einstellen, 74 Prozent die Belegschaft stabil halten und 6 Prozent eher reduzieren. Genauso hoch wie im verarbeitenden Gewerbe ist der Beschäftigungsausblick in der Baubranche (+12%) und im Bereich Finanzindustrie und Unternehmensdienstleistungen (+12%). Hier ist der Anstieg jedoch nicht so stark. Auch sonst ist die Stimmung unter den Arbeitgebern optimistisch. In acht von neun Branchen ist der Beschäftigungsausblick positiv, nur in der Land- und Forstwirtschaft liegt er bei enttäuschenden -7 Prozent.

Gute Bedingungen für eine erfolgreiche Bewerbung haben Jobsuchende in Großunternehmen: Mit einem Beschäftigungsausblick von +42 Prozent stehen Konzerne klar an der Spitze der Wirtschaft. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht das einer Zunahme um 1, im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozentpunkte. 37 Prozent der großen Firmen wollen im ersten Quartal 2019 einstellen. Die Konzerne verzeichnen damit den höchsten Wert seit Beginn der MEOS-Aufzeichnungen im Jahr 2003.

Auch international stellen Unternehmen ein

Weltweit bleibt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen trotz Handelsstreitigkeiten mehrheitlich positiv. Die ManpowerGroup-Studie zeigt für das erste Quartal 2019 in 43 von 44 untersuchten Ländern und Territorien einen erwarteten Beschäftigungszuwachs in der Periode bis Ende März. In Europa, dem Nahen Osten und Mittelamerika (EMEA) liegt in allen 26 Ländern ein positiver Beschäftigungsausblick für das erste Quartal 2019 vor. Im Vergleich zum vorherigen Quartal melden Arbeitgeber in acht Ländern stärkere Einstellungserwartungen, 15 Länder berichten jedoch von sich abschwächenden Beschäftigungsplänen. Gegenüber derselben Periode im Vorjahr verbesserten sich die Aussichten in zwölf Ländern und schwächten sich in 13 ab. Der stärkste Arbeitsmarkt der EMEA-Region befindet sich im kommenden Quartal in Slowenien und Griechenland, während die Schweiz die niedrigsten Einstellungserwartungen prognostiziert.

Über die Umfrage

Das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer wird quartalsweise veröffentlicht. Dafür werden über 60.000 Arbeitgeber in 44 Ländern zu ihren Einstellungs- und Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt. Die Ursprungswerte werden mithilfe einer Methode zur Saisonbereinigung von jahreszeitlichen Schwankungen befreit. Die Untersuchung mit dem internationalen Titel „ManpowerGroup Employment Outlook Survey“ ist die am längsten laufende weltweite Untersuchung zur Einschätzung der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung. Weitere Informationen zum ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer finden Sie hier