Arbeitswelt der Zukunft: Flexibilisierung von Arbeitsmodellen

50-jährige Betriebszugehörigkeiten, wie sie die älteren Arbeitnehmer feiern, gehören der Vergangenheit an. Sie haben ihre Karriere oft in einem Unternehmen gestartet, von ganz unten bis an die Spitze. In einer Arbeitswelt der Zukunft gehören häufige Arbeitgeberwechsel hingegen ganz selbstverständlich zur beruflichen Laufbahn. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von Personen unter 30 Jahren hat sich laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 22 Prozent verkürzt. Zudem ist ein großer Unterschied bezüglich der Qualifikation der Arbeitnehmer zu erkennen: Hochschulabsolventen haben mit Abstand die längsten Beschäftigungsverhältnisse (im Generationsvergleich: von 1620 auf 1556 Tage). Arbeitnehmer ohne Abschluss aus den Jahrgängen 1960/61 kamen noch auf durchschnittlich 710 Tage. Bei den 1978/79ern sind es gerade noch 408 Tage.

 

 

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Jobhopping hat keine negativen Folgen

Für den Anstieg vom Lebenszeitabschnittsjobs gibt es mehrere Gründe: Zum einen gibt es gerade in den ersten Berufsjahren häufiger Zeitverträge, mit denen die Probezeit quasi verlängert wird. Gleichzeitig wechselt die Mehrheit der Deutschen ihren Beruf, je nachdem, wie sich ihre Lebenssituation oder ihre Interessen ändern. Für die nach 1980 Geborenen bedeutet Jobhopping keinen Karriereknick mehr. So werden auch die Personaler der Zukunft Vielwechsler nicht von vornherein aussortieren. Denn die Job-Wechsler kennen bereits unterschiedliche Arbeitsweisen. Das bedeutet, diese Kandidaten können sich häufig leichter einarbeiten. Sie verharren nicht in über Jahre antrainierten Abläufen, sondern stellen sich flexibel auf neue Situationen ein. Auch innerhalb eines Unternehmens werden Wechsel zunehmen, auch wenn aktuell erst jede zehnte Firma interne Wechsel problemlos ermöglicht, wie eine ManpowerGroup-Studie zeigt. 

Zunehmende Jobunzufriedenheit

Aber nicht jeder Jobwechsel geschieht aus positiven Beweggründen. Zunehmend motiviert auch eine steigende Unzufriedenheit im Betrieb viele Arbeitnehmer, sich beruflich umzuorientieren. 45 Prozent der Angestellten erwägen derzeit, ihren Job in den nächsten zwölf Monaten zu wechseln. 2014 waren es nur 42 Prozent. Rund jeder vierte Arbeitnehmer sucht eine Position, die besser bezahlt wird. Darüber hinaus geben der Wunsch nach Abwechslung (14 Prozent) und mehr Anerkennung (13 Prozent) häufig den Ausschlag, sich nach einer neuen Herausforderung umzuschauen. In diesen Punkten sind Arbeitgeber und HR-Manager gefragt. Sie müssen die Themen Wertschätzung und interne Karriereplanung vorantreiben, um Fachkräfte zu halten.

Steigendes Interesse an Zeitarbeit-Jobs

Zeitarbeit und Freelancer-Tätigkeiten werden noch wichtiger aufgrund des steigenden Bedarfs der Unternehmen an flexibler Arbeit. Drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer sind generell offen dafür, projektbasiert zu arbeiten. Eine steigende Zahl von Arbeitnehmern nimmt außerdem befristete Jobs nicht nur deshalb an, weil sie nichts Festes finden können, sondern weil ihnen Flexibilität tatsächlich wichtig ist. Durch Zeitarbeit können sie in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern tätig sein. So können Arbeitnehmer für sich herausfinden, welcher Bereich ihnen wirklich liegt und was sie tatsächlich tun wollen. Dabei sind sie abgesichert. Zeitarbeitnehmer sind in Deutschland fest angestellt beim jeweiligen Personaldienstleister und haben dadurch einen sicheren Arbeitsplatz.