Arbeitswelt der Zukunft: Mehr Menschen in Arbeit bringen

In dieser Blogserie haben wir bislang die relevanten Treiber und Trends für die Arbeitswelt der Zukunft beleuchtet. Für HR-Manager ergeben sich daraus vielfältige strategische Baustellen. Eine ganz zentrale Aufgabe als Antwort auf den Fachkräftemangel wird sein, mehr Menschen für den Arbeitsmarkt zu mobilisieren.

 

 

Die Rechnung ist einfach. Es werden bald Millionen von Erwerbstätigen fehlen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert, dass sich das Arbeitskräftepotenzial bis 2050 um rund 14,1 Millionen Personen verringern wird. Es gibt allerdings Menschen, die arbeiten möchten, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt jedoch versperrt oder erschwert wird. Es muss also gelingen, diese Menschen verstärkt am Arbeitsleben zu beteiligen. Vier Zielgruppen stehen dabei im Fokus.

 

© Marco2811

Frauenförderung ausbauen

In Deutschland sind 70 Prozent der Frauen erwerbstätig, nur 55 Prozent arbeiten Vollzeit. In fast allen anderen EU-Ländern sind es mehr. Dabei möchten rund zwölf Prozent der erwerbstätigen Frauen ihre Arbeitszeit ausdehnen. Hier lässt sich einiges tun, um die Situation zu verbessern. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitsmodelle für Mütter und Väter, die sich im Wechsel um ihre Kinder kümmern. Darüber hinaus muss es sich für Frauen lohnen, mehr zu arbeiten. Es gilt also, vorhandene Gender Gaps zu schließen und für Chancengleichheit zu sorgen.

Ältere Arbeitnehmer besser einbinden

Durch den demografischen Wandel verändert sich der Aufbau der Alterspyramide. Mit einer Steigerung der Erwerbstätigenquote der über 55-Jährigen könnte man bis zu 1,2 Millionen Menschen zusätzlich für den deutschen Arbeitsmarkt aktivieren, hat die Bundeagentur für Arbeit errechnet. Unternehmen können durch Angebote zur Gesundheitsprävention, altersgerechte Arbeitsplätze und eine angepasste Organisation der Arbeit  die staatlichen Eingliederungsprojekte wie „Perspektive 50plus“ des Bundesarbeitsministeriums unterstützen.

Inklusion und Diversity fördern

Unter Menschen mit Behinderungen ist die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Jahren spürbar gesunken. Gleiches gilt für Menschen mit Migrationshintergrund, konstatiert die Bundesarbeitsministerin in ihrem Grünbuch Arbeit 4.0. Mehr Investitionen in Inklusionsmaßnahmen wie eine barrierefreie Arbeitswelt sowie ein Umdenken in Richtung Vielfalt als Ressource steigern die Beschäftigungschancen für diese Arbeitnehmer. Mit Hilfe der heutigen Technik, neuen Arbeitsmodellen und Investitionen in Diversity Management können mehr Menschen am Arbeitsleben teilnehmen.

In Qualifizierung investieren

Auch Arbeitslose können mit Weiterqualifizierungsprogrammen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Durch eine gezielte Personalentwicklung lässt sich der Anteil der Geringqualifizierten um zehn bis 20 Prozent senken. Nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit stünden im Ergebnis zusätzlich rund eine halbe Million Fachkräfte zur Verfügung. Unternehmen sollten den Aufwand nicht scheuen, denn das Recruiting perfekt qualifizierter Fachkräfte wird künftig deutlich teurer.

Nur eine Baustelle von mehreren

Personalmanager werden individuelle Lösungen brauchen, um die verschiedenen Gruppen von Arbeitnehmern stärker am Erwerbsleben zu beteiligen. Doch selbst diese Maßnahmen werden nicht reichen. Deutsche Firmen werden zusätzlich auf Talente aus dem Ausland angewiesen sein. Wirtschaft und Politik sind hier gemeinsam gefordert. Ein verstärktes internationales Recruiting und ein leichterer Zugang für Zuwanderer zum Arbeitsmarkt können die Situation deutlich verbessern. In einem kommenden Blogbeitrag werden wir die Themen gesondert aufgreifen.