Auch im Frühjahr wollen deutsche Arbeitgeber weiter einstellen

Die ManpowerGroup hat sich im Rahmen des quartalsweisen Arbeitsmarktbarometers MEOS wieder bei deutschen Arbeitgebern zu ihrer Einstellungsbereitschaft umgehört. Und die Ergebnisse zeigen: Trotz sich verschlechternden Wirtschaftsklimas in Europa und dem bevorstehenden Brexit bleibt die Einstellungsbereitschaft der deutschen Arbeitgeber weiter hoch. 

Konkret plant mehr als jeder zehnte Arbeitgeber in Deutschland, zwischen April und Juni 2019 neue Mitarbeiter einzustellen. Lediglich ein Prozent erwartet einen Verlust von Arbeitsplätzen. Ganze 85 Prozent der Befragten hingegen erwarten keine Veränderungen. Aus diesen Ergebnissen resultiert der sogenannte Netto-Beschäftigungsausblick, der – saisonbereinigt – für das zweite Quartal 2019 bei +9 Prozent liegt. Ein positiver Netto-Beschäftigungsausblick bedeutet also, dass über alle Branchen und Unternehmensgrößen mehr Arbeitgeber neue Stellen schaffen als abbauen wollen. Für das Arbeitsmarktbarometer MEOS befragt die ManpowerGroup jedes Quartal etwas mehr als 1.000 Arbeitgeber in Deutschland nach ihren Erwartungen zur Beschäftigungslage in ihrem Unternehmen für die jeweils nächsten drei Monate. 

Gute Aussichten für Logistik- und Kommunikationspersonal 

Schaut man sich die Branchen in Einzelnen an, zeigt sich bei der aktuellen Befragung, dass besonders die Arbeitgeber aus dem Bereich Transport, Lagerung und Kommunikation optimistisch ins zweite Quartal gehen: Saisonal bereinigt liegt der Netto-Beschäftigungsausblick hier bei +15 Prozent – der höchste Wert aller untersuchten Branchen. Dieses Ergebnis überrascht nicht: „Hauptgrund für den hohen Personalbedarf der Logistiker ist die fortschreitende Digitalisierung“, sagt Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Immer mehr Menschen bestellen online Waren, die gelagert und ausgeliefert werden müssen.“ Hierdurch steigt der Bedarf an Fachkräften, die in der Lage sind, moderne Technik zu bedienen. Die ManpowerGroup-Studie „Skills Revolution 4.0“ belegt das: Laut dieser Studie planen weltweit 87 Prozent der Arbeitgeber, ihre Belegschaft aufgrund der Automatisierung stabil zu halten oder sogar noch zu vergrößern. 

Diese positive Entwicklung betrifft aber nicht nur die Logistik- und Kommunikationsbranche. Auch im produzierenden Gewerbe stehen die Zeichen auf Stellenzuwachs – Automatisierung und Digitalisierung zum Trotz. Hier werden ebenfalls Fachkräfte gesucht, die die neue Technik und die modernen High-Tech-Maschinen bedienen können. Mit einem Netto-Beschäftigungsausblick von satten +14 Prozent für den Zeitraum April bis Juni 2019 liegt das produzierende Gewerbe im Branchenvergleich auf Platz zwei. Ähnlich stark präsentiert sich schon seit mehreren Quartalen die Finanz- und Firmendienstleistungsbranche, für die der Beschäftigungsausblick für das zweite Quartal bei +13 Prozent liegt. 

Großstädte und Großunternehmen verlieren an Schwung 

Eine interessante Entwicklung zeigt sich in Deutschlands Großstädten: Insgesamt ist der Netto-Beschäftigungsausblick in allen untersuchten Großstädten im Vergleich zum Vorquartal zurückgegangen. Berlin etwa hat gleich ganze zehn Prozentpunkte verloren und liegt nun nur noch bei einem Beschäftigungsausblick von +6 Prozent. München hat zwar im Vergleich zum ersten Quartal 2019 auch leicht um drei Prozentpunkte verloren, mit einem Beschäftigungsausblick von +17 Prozent im zweiten Quartal ist die bayerische Landeshauptstadt aber immer noch Spitzenreiter unter den deutschen Städten – auch vor Frankfurt am Main, das nach einem Verlust zum Vorquartal von vier Prozentpunkten bei +8 Prozent liegt. 

Vergleicht man die Unternehmen nicht nach ihrem Standort, sondern nach ihrer Größe, zeigen die Großunternehmen in Deutschland schon seit mehreren Jahren den positivsten Netto-Beschäftigungsausblicks. Dieser Trend setzt sich auch im zweiten Quartal 2019 fort: Mit einem Netto-Beschäftigungsausblick von beachtlichen +29 Prozent befinden sich die Großunternehmen wieder sehr deutlich vor den übrigen Unternehmen in Deutschland. Allerdings liegt diesem Wert ein Rückgang um zehn Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Quartal 2019 und um acht Prozentpunkte zum Vorjahreswert zugrunde. Mittelständische Unternehmen liegen für das zweite Quartal 2019 bei +19 Prozent und haben damit gegenüber dem Vorquartal drei Prozentpunkte verloren, kleine Unternehmen legen im gleichen Zeitraum hingegen um einen Prozentpunkt auf +14 Prozent zu. 

Auch weltweit wollen die Unternehmen einstellen 

Der Blick über die Grenzen zeigt, dass auch weltweit die Einstellungsbereitschaft mehrheitlich positiv ist. In beachtlichen 40 der 44 untersuchten Ländern erwartet das Arbeitsmarktbarometer für den Zeitraum bis Ende Juni einen Beschäftigungszuwachs. Besonders stark ist die Einstellungsbereitschaft in den Ländern Japan, Griechenland, Hongkong und den USA. 

Auch bemerkenswert: In der EMEA-Region, also in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, ist der Beschäftigungsausblick in keinem einzigen der 24 untersuchten Ländern negativ – wenngleich drei Länder (namentlich Ungarn, Spanien und die Türkei) einen saisonbereinigten Nettobeschäftigungsausblick von +/- 0 Prozent aufweisen. Den mit Abstand positivsten Ausblick für das zweite Quartal bietet hier Griechenland mit +21 Prozent. Interessant ist auch das Ergebnis aus dem Vereinigten Königreich: Trotz drohendem Brexit-Chaos und damit einhergehender Ungewissheit über die Zukunft der britischen Wirtschaft steht Großbritannien beim ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer relativ stabil da. Im Vergleich zum Vorquartal hat der Beschäftigungsausblick zwar um einen Prozentpunkt verloren, steht aber immer noch bei +4 Prozent und damit nach wie vor im Bereich der letzten Jahre: Seit 2015 lag der Wert in Großbritannien stets zwischen +4 und +6 Prozent. 

Über das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer 

Die ManpowerGroup veröffentlicht jedes Quartal das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer, für das weltweit mehr als 60.000 Arbeitgeber in 44 Ländern zu ihren Einstellungs- bzw. Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt werden. Die erhobenen Daten werden von jahreszeitlichen Schwankungen befreit. Mit dem internationalen Titel „ManpowerGroup Employment Outlook Survey“ ist das Arbeitsmarktbarometer die am längsten laufende weltweite Untersuchung zur Einschätzung der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung.  

 

Alle Ergebnisse zum aktuellen Arbeitsmarktbarometer