Aufbau einer Arbeitgebermarke – ein Brief mit acht Siegeln

Jeder vierte Jobsuchende sucht sich Arbeitgeber vorrangig nach dessen Image aus. Das ergibt der Candidate Preferences Survey von ManpowerGroup Solutions. Employer Branding ist damit eine Schlüsseldisziplin, um bei Kandidaten auf der Shortlist zu landen. Hier kommen unsere acht Tipps für den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke.

1. Den Bewerber ins Zentrum stellen

Insbesondere die junge Generation verlangt nach einer stärken Bewerber-Zentrierung – neudeutsch: Candidate Centricity. Berücksichtigen Sie deshalb die spezifischen Entscheidungsfaktoren, Bedürfnisse und Lebensphasen von Bewerbern. Erfolgreiche HR-Experten integrieren Marketinginstrumente in ihre Personalbeschaffungsprozesse.

2. Authentisch sein

Widerstehen Sie dem Drang, die Aktivitäten und Posts von Markenbotschaftern auf Online-Plattformen steuern zu wollen. Versierte Nutzer von Social-Media-Plattformen merken sofort, wenn Beiträge konstruiert oder nicht authentisch wirken. Aktivitäten dieser Art schaden der Arbeitgebermarke mehr als sie nützen. Zeigen Sie lieber aktiv, wie die Unternehmenskultur aussieht und welche Arbeitsbedingungen einen Jobsuchenden erwarten.

3. Einheitlich kommunizieren

Kommunizieren Sie Werte und Botschaften Ihrer Arbeitgebermarke in allen Kanälen einheitlich. Das gilt für Stellenausschreibungen, Mitarbeiterblogs und Erfahrungsberichte, ebenso wie für Flyer beim Onboarding sowie Schulungsunterlagen. Damit schaffen Sie Glaubwürdigkeit, und Sie irritieren die Bewerber nicht. Geben Sie Ihrer Personalabteilung Marketingrichtlinien mit den unternehmensbezogenen Botschaften an die Hand.

4. Sich informieren

Menschen sprechen über ihre Arbeit und Arbeitgeber. Es werden gute und schlechte Dinge über das Unternehmen gesagt, wahre und unwahre. Für Arbeitssuchende sind solche Einschätzungen real. Stellen Sie ein Team zusammen, das alle relevanten Online-Kanäle im Blick behält – von Twitter, Kununu und Facebook bis Glassdoor und Jobvoting.de. Auch kleine Plattformen gehören ins Monitoring.

5. Kreativ sein

Heute erwarten Bewerber eine zeitgemäße Ansprache. Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihre Stellenbeschreibungen und die von anderen Unternehmen. Vorreiter beschreiben mit originellen Ideen, was sie Mitarbeitern zu bieten haben. Ermutigen Sie zum Beispiel Ihre Markenbotschafter zu Selfie-Videos, in denen sie tägliche Aufgaben online präsentieren. Gestalten Sie den Bewerbungsablauf zudem so einfach wie Online-Shopping – auch per Smartphone und Tablet.

6. Vorausdenken

Pflegen Sie eine Talent Community bereits Monate bevor Ihr Unternehmen Stellen besetzen möchte. Durch einen kontinuierlichen Dialog stärken Unternehmen die Arbeitgebermarke. Sie festigen die Bekanntheit bei potenziellen Bewerbern. Das zahlt sich aus, wenn es darum geht, Spitzenkräfte zu gewinnen. Gestalten Sie den Beitritt zur Talent Community so bequem wie möglich – am besten durch einen einzigen Klick am Computer oder Smartphone.

7. Reaktionsfreudig sein

Bewertungsportale sind eine Chance, zu lernen und die Beziehung zu den wichtigsten Stakeholdern zu festigen. Antworten Sie auf alle Formen von Kritik – negative wie positive. Setzen Sie sich mit Schwachstellen auseinander, und kommunizieren Sie aktiv, was Sie geändert haben. Teilen Sie Bewerbern mit, warum Feedback für das Unternehmen wichtig ist. Rund sieben von zehn Jobsuchenden betonen, dass sich ihre Sicht auf ein Unternehmen verbessert, wenn ein Vertreter auf Lob und Kritik individuell reagiert.

8. Mutig agieren

Das Firmenimage wird zunehmend im Internet geprägt. Viele Personaler haben das Gefühl, dass sie nur wenig Kontrolle über diese Kräfte haben. Eine zögerliche Haltung oder eine Abwehrhaltung ist jedoch keine Lösung. Neue Marktentwicklungen erfordern Mut, über die Grenzen des konventionellen Denkens hinauszuwachsen.

 

Wie erleben Sie den Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt? Teilen Sie mit uns per Kommentar Ihre Erfahrungen.