Darum sollten Personalmanager Job-Hopper lieben

Vielwechsler oder Job-Hopper wurden von Recruitern in der Vergangenheit meist kritisch beäugt. Wer drei bis vier Arbeitgeber in fünf Jahren hatte, fiel nicht selten sofort durchs Raster. In einigen konservativen Unternehmen ist das bis heute so. Bei den meisten Firmen hält ein Umdenken ein. Auch extreme Job Hopper werden von Personalmanagern eingeladen, wenn das Profil passt. Aus guten Gründen:

Schnelle Einarbeitung
Wer viel wechselt, der kennt bereits unterschiedliche Arbeitsweisen. Das bedeutet, diese Kandidaten können sich häufig leichter einarbeiten. Sie verharren nicht in über Jahre antrainierten Abläufen, sondern stellen sich flexibel auf neue Situationen ein. Für den neuen Arbeitgeber erleichtert das die Integration ins Team.

Neue Ideen, andere Perspektiven
Die Flexibilität vieler Job-Hopper macht sich auch in den Arbeitsergebnissen bemerkbar zu Gute. Wer viel gesehen hat und diese Erfahrungen zu vernetzen weiß, ist häufig kreativer. Diese Kandidaten spulen später nicht gewohnte Vorgehensweisen ab. Sie schöpfen neue Ideen aus einem großen Fundus an Einflüssen und Erlebtem. Mitarbeiter mit vielen Job-Stationen können eine Bereicherung sein, speziell für Teams, die Strukturen aufbrechen und innovativer arbeiten wollen.

Soziale Kompetenz
Kandidaten, die bereits Erfahrungen bei mehreren Arbeitgebern gesammelt haben, sind oft offener. Sie haben mit vielen verschiedenen Typen von Menschen zu tun gehabt. Dadurch können sie zum Beispiel gut mit heterogenen Kunden umgehen. Eine Eigenschaft, die angesichts eine globalisierten Wirtschaft immer wichtiger wird. Zudem wissen Vielwechsler gut, wie man in einem heterogenen Team miteinander umgeht. Diese Eigenschaft wird wichtiger, denn immer mehr Unternehmen entdecken die „Ressource Vielfalt“ für sich. Sie besetzen Teams gezielt mit Mitarbeitern, die sich in puncto Alter, Herkunft, Geschlecht und Fähigkeiten unterscheiden.

HR-Management auf Vielwechsler ausrichten

So oder so: Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass Arbeitnehmer, die ihrem Arbeitgeber, 30 Jahre und länger treu bleibt, mittelfristig aussterben. Die so genannten Millenials denken inzwischen deutlich anders. Jeder vierte zwischen 1982 und 2002 Geboren ist der Auffassung, man kann ohne weiteres nach einem Jahr den Job wechseln, zeigt eine Umfrage aus den USA.

Nicht gleich die Tür zu machen

Unternehmen können es sich künftig aus Fachkräfteknappheit gar nicht leisten, Vielwechslern von vornherein abzusagen. Für Recruiter lohnt es sich immer, den Grund für Job-Hopping genau anzuschauen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass ein Bewerber mehrfach wechselt, weil der Partner jobbedingt oft versetzt wird.

Anreize zum Bleiben schaffen

Wenn Unternehmen erreichen wollen, dass Job-Hopper einen längeren Abschnitt in ihrem Unternehmen verbringen, brauchen sie eine Arbeitgebermarke, die ein Bleiben begünstigt. Das bedeutet Investitionen in Employer Branding. Vorteile haben zum Beispiel Unternehmen, die Bewerbern klare Perspektiven bieten, wie sich intern weiterentwickeln können. Häufig ist die Suche nach Abwechslung der Grund für Job-Hopping. Wenn eine Firma interne Abteilungswechsel ermöglicht, senkt das die Wahrscheinlichkeit, dass er Mitarbeiter schnell wieder kündigt.

Feedback einholen und Kontakt halten

Es wird seltener funktionieren, Mitarbeiter über zehn und mehr Jahre zu halten. Deshalb ist es wichtig genau auszuwerten, warum Menschen die Firma verlassen. Ein geeignetes Tool ist eine Umfrage mit ausscheidenden Mitarbeitern, um mehr für die Trennungsgründe zu erfahren. Das Feedback fördert den Lernprozess, um künftig Talenten bessere Anreize zu bieten. Darüber hinaus lohnt sich die Pflege der Kontakte mit Ehemaligen. Damit steigt die Chance, dass ein Mitarbeiter nach dem Sammeln von Erfahrungen bei anderen Arbeitgebern zu einem späteren Zeitpunkt ins Unternehmen zurückkehrt. Job-Hopping ist schließlich keine Einbahnstraße.

Wie ist das bei Ihnen: Wie reagieren Sie darauf, dass Kandidaten häufiger als früher den Arbeitgeber wechseln?