Das Arbeitszeugnis

Neben Anschreiben und Lebenslauf sind Arbeitszeugnisse ein Muss in Ihrer Bewerbung. Je nachdem, für wie viele Arbeitgeber Sie schon beschäftigt waren, ist es nicht schlimm, auf Zeugnisse für kurze oder lang zurückliegende Beschäftigungen und Praktika zu verzichten. Trotzdem gilt: Je mehr aussagekräftige Arbeitszeugnisse Sie vorweisen können, umso besser. Für einen Berufsanfänger ist daher ein erstes Praktikumszeugnis schon von großem Wert.

 

Das Arbeitszeugnis – zentraler Baustein für Ihre Bewerbung

Ihnen fehlt ein Arbeitszeugnis? Es kommt hin und wieder vor, dass Arbeitgeber schlicht vergessen, eines auszustellen oder sich viel Zeit damit lassen. Wissenswert: Sie haben als Beschäftigter einen Rechtsanspruch darauf, ein Zeugnis zu erhalten, und zwar ab dem Tag der Kündigung. Schließlich brauchen Sie möglichst aktuelle Zeugnisse, wenn Sie sich (neu) bewerben. Auch wenn Sie schon länger aus einem Betrieb ausgeschieden sind und bisher noch kein Zeugnis von dort haben, sollten Sie deshalb nachträglich eines anfordern. Dabei muss das Zeugnis zumindest Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten.

Auch aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis, haben Sie die Möglichkeit, von Ihrem aktuellen Arbeitgeber ein Zwischenzeugnis einzufordern, ohne dass Sie dabei dem Chef sagen müssen, dass Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind. Gute Gelegenheiten für ein Zwischenzeugnis sind beispielsweise, wenn Sie einen neuen Vorgesetzten bekommen, wenn Sie selbst die Position innerhalb der Firma wechseln oder bevor Sie in Elternzeit gehen.


Geheimcodes in Zeugnissen

Bestimmt haben Sie auch schon gehört oder gelesen, dass viele Formulierungen in Arbeitszeugnissen wie Codes sind, die Schulnoten entsprechen. Das ist korrekt – einen spannenden Artikel dazu hat etwa Karrierebibel veröffentlicht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kritik an Ihrem Verhalten oder an der Arbeitsweise im Zeugnis nicht direkt formuliert werden darf. Stattdessen kommt sie zum Beispiel dadurch zum Ausdruck, dass ein besonderes Lob ausbleibt. Beispiel: Die Formulierung „…stets zur vollsten Zufriedenheit…“ entspricht der Schulnote 1, ein „Er hat sich bemüht“ dagegen der Schulnote 6. Ein Verweis auf die „Geselligkeit“ des Mitarbeiters ist im Allgemeinen ein versteckter Hinweis auf dessen Alkoholkonsum, eine Grußformel wie „Wir wünschen ihm Gesundheit!“ deutet auf jemanden hin, der auffällig oft krank geschrieben war.

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Arbeitszeugnis ist fehlerhaft oder unvollständig, sollten Sie dies offen ansprechen und Ihren Arbeitgeber bitten, es zu korrigieren beziehungsweise zu ergänzen. Ein tatsächlich falsches oder gar diskriminierendes Zeugnis sollten sie nicht akzeptieren und zur Not einen Anwalt einschalten. Das Zeugnis sollte beispielsweise alle zentralen Tätigkeiten aufführen, die Sie übernommen haben, damit es für zukünftige Chefs aussagekräftig ist. Viele Arbeitgeber räumen ihren Angestellten auch die Möglichkeit ein, das Zeugnis selbst zu formulieren und lediglich zur Unterschrift vorzulegen.

Für Ihre Bewerbung drücken wir Ihnen die Daumen!