Die Arbeitnehmer-Generation Y führen

HR-Manager befassen sich gerade mit folgenden Fragen: Was passiert, wenn die Generation Y im Unternehmen ankommt? Kann man mit so einer Generation ein Unternehmen führen? Diese Fragen kommen fast zu spät. Diese Generation ist heute zwischen 22 und 27 Jahren alt, die ersten „Exemplare“ sind bereits da. Höchste Zeit zu schauen ob man sich als Arbeitgeber und Führungskraft verändern muss.

 

Vorab ein kurzer Generationen-Überblick:

  • Babyboomer 1948 bis 1964
  • Generation X 1965 bis 1979
  • Generation Y 1980 bis 1994
  • Generation Z ab 1995

Achtung! Hier schreibt ein Babyboomer, der erlebt, wie die Generation Y von Arbeitsforschern vermessen und wie folgt beschrieben wird:

Einstellungen:
optimistisch, selbstbewusst, technikaffin, ergebnisorientiert, mag Vielfalt

Erwartungen:
permanenter Wandel, schnelle Mosaik-Karriere, Erfahrungen sammeln

Verhalten:
Respektiert Kompetenz – nicht Titel, loyal zu ihresgleichen, Fokus auf den Wandel durch Technik, flüssiger und technikgeprägter Arbeitsstil

Ziele:
Arbeit finden und ein sinnvolles Leben führen


Noch funktionieren die alten Muster und Programme in Sachen Führung, Talentförderung und Recruiting. Noch ist die Generation Y in der Minderheit. Sie hat im demographischen Mix eines Unternehmens noch nicht die kritische Masse erreicht, um tiefgreifend Einfluss zu nehmen. Aber das wird sich mittelfristig ändern. HR-Manager sollten sich deshalb mit den Merkmalen der Generation Y befassen und ihre leitenden Angestellten entsprechend vorbereiten.

So möchte die Generation Y geführt werden

  1. Der zukünftige Arbeitsplatz sollte herausfordern und zugleich inspirieren. Schaffen Sie eine entsprechende Arbeitsatmosphäre.

  2. Diese Generation will den Unterschied ausmachen und nimmt Verantwortung sehr ernst. Führungskräfte sollten bei der Mitarbeiterführung darauf Rücksicht nehmen.

  3. Es kommen keine Jobs in Frage, die sie nicht gerne erledigen. Mit der Mentalität „Wer Spaß hat, der arbeitet nicht wirklich” werden Chefs bei dieser Generation nicht viel erreichen.

  4. Der Chef muss nicht perfekt sein. Die nachrückende Mitarbeitergeneration tut sich schwer mit Führungskräften, die denken, Antworten auf alle Fragen zu haben. Sie wollen authentische Vorgesetzte, bei denen Handeln und Reden im Einklang stehen.

  5. Ein Führungsstil nach der Devise „Command and Control“ funktioniert bei der Generation Y nicht mehr. Diese Mitarbeiter wollen einbezogen und nach ihrer Meinung gefragt werden. Führungskräfte sollen mehr überzeugen statt anweisen und mehr auf flexibles Arbeiten statt auf in Stein gemeißelte Strukturen sorgen.

Mit einem geänderten Führungsstil ist es jedoch allein nicht getan. Die Analyse muss tiefer gehen. Greifen wir beispielhaft die Eigenschaft „loyal zu ihresgleichen“ heraus. Loyalität wird beschrieben als Zusammenhalt einer Generation gegen andere. Offen ist die Frage, ob diese Generation Loyalität gegenüber einem Unternehmen entwickeln und sich in die Hierarchien einreihen kann? Wieviel sind sie bereit, für ihre Karriere zu opfern? Wird sie Entscheidungen durchsetzen, hinter denen sie nicht zu 100% stehen, so wie es Manager von heute durchaus tun müssen. Wird es in der Zukunft überhaupt noch Konzerne heutiger Größen geben? Gibt es einen VW-Skandal bei dem der „Zaubertrank“ eingesetzt wird, um Probleme zu „lösen“?

Diese Fragestellungen sind den verantwortlichen Babyboomern näher, als ihnen lieb ist. In verschiedenen Gesprächen mit jungen Teamleitern wird deutlich, dass diese nicht mehr bereit sind, jeden Kompromiss einzugehen. Der Rat, den ich mir selber täglich gebe, heißt: „Hör genau zu! Stelle Deine bewährten Verhaltensmuster auf den Prüfstand! Lerne aus den Gesprächen!“

Und wir dürfen bereits heute auf die Generation Z gespannt sein. Die wird gerade empirisch vermessen.