Digitalisierung: Fluch oder Segen?

Das Handy brummt schon vor dem ersten Kaffee: Die Chefin braucht noch Folien für das Meeting um 9 Uhr. Mit der neuen App kann Martin ihr die Folien in wenigen Minuten zusenden. Schon toll, die neue Arbeitswelt! Mit der Digitalisierung hat sich die Art und Weise wie wir arbeiten verändert. Mobilität und Flexibilität im Job sind inzwischen selbstverständlich geworden.

Dabei war es ein Angstthema: Die Digitalisierung könnte Arbeitsplätze vernichten und Roboter die Mitarbeiter ersetzen, so die Befürchtung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Die erste Aufregung hat sich inzwischen gelegt. 72 Prozent der Deutschen glauben, dass die Digitalisierung ihre Jobs verändert - und das vor allem auf positive Art! Sie bringe sinnvolle Helfer hervor, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen, bestätigen rund drei von zehn Berufstätigen. Dies sind Ergebnisse der ManpowerGroup-Studie Jobzufriedenheit, für die über 1.000 Deutsche befragt wurden.

 

Ernüchterung statt Freudentaumel

Jedoch fühlen sich 16 Prozent der Befragten unter Druck gesetzt, genauso schnell und fehlerfrei arbeiten zu müssen wie ein Roboter. 14 Prozent befürchten, dass durch die Digitalisierung Jobs abgebaut würden. Datenschutz und IT-Sicherheit bereitet 13 Prozent Sorgen.

 

Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland, kommentiert die Studienergebnisse dagegen wie folgt: "Wie auch andere ManpowerGroup-Studien zeigen, werden einige Tätigkeiten künftig wegfallen und beispielsweise von Robotern effizienter oder gefahrenfreier durchgeführt. Gleichzeitig schafft die Digitalisierung auch Jobs - zum Beispiel, um die technischen Helfer zu überwachen".

 

Digitale Helfer wie Apps und Collaboration-Tools können den Arbeitsalltag erleichtern. "Richtig eingesetzt verbessern sie den Austausch zwischen den Kollegen, das Wissensmanagement und beschleunigen wiederkehrende Aufgaben", so Scholte. Aber Wunder können auch die neuen Tools nicht bewirken. Im letzten Jahr gaben noch 31 Prozent der Berufstätigen an, dass sich durch die Digitalisierung der Austausch mit den Kollegen vereinfacht. Jetzt sind nur noch 28 Prozent dieser Meinung.

 

Es liegt auch an uns, sich die Vorteile der Digitalisierung zu Nutzen zu machen. Angst sollten wir davor jedenfalls nicht haben.


Über die Studie

Für die Studie „Jobzufriedenheit 2019“ wurden insgesamt 1.004 Bundesbürger online befragt, darunter 753 Berufstätige. Das Marktforschungsinstitut Toluna führte die Umfrage im Juni 2019 im Auftrag der ManpowerGroup durch.