Einstellungsbereitschaft großer Unternehmen auf Rekordniveau

Jedes Quartal fragt die ManpowerGroup über 1.000 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen und Regionen in Deutschland: Welche Veränderungen der Beschäftigungslage erwarten Sie in Ihrem Unternehmen in den nächsten drei Monaten? Seit über 50 Jahren lassen sich die Prognosen im Nachhinein bestätigen. Ein guter Grund, einen Blick auf die aktuellen Aussichten zu werfen.

 

„Gesamtwirtschaftlich werden Rückgänge in einzelnen Branchen und Regionen gerade durch Spitzen in der Industrie und in den Metropolen aufgefangen“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Die deutsche Exportstärke hilft vor allem Konzernen und der Industrie. Das spiegelt sich auch im starken Beschäftigungsausblick dieser Gruppe von Arbeitgebern wieder.“

Die Studienergebnisse kompakt als Video und Infografik finden Sie hier. 

 


99 Prozent aller deutschen Großunternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern wollen wachsen oder planen zumindest keine Entlassungen. Vier von zehn Arbeitgebern dieser Größe sind konkret auf Personalsuche, um im vierten Quartal 2017 neue Mitarbeiter einzustellen.

„Global agierenden Großunternehmen wie den Dax-Konzernen steht ein Rekordjahr bevor, ihre Umsätze haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Drittel verbessert. Daher begeben sie sich mit Hochdruck auf die Suche nach neuen Mitarbeitern, wie auch viele Unternehmen in anderen Ländern“
, sagt Brune. „Der deutsche Mittelstand muss gute Argumente finden, um im Wettbewerb um die besten Fachkräfte neben den Konzernen wahrgenommen zu werden.“

Denn zusätzlich planen der ManpowerGroup-Untersuchung zufolge auch 27 Prozent der mittelständischen Arbeitgeber, noch in diesem Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Der Netto-Beschäftigungsausblick liegt auch hier bei +20 Prozentpunkten. Dies ist die stärkste Vorhersage seit 2011. Bei kleinen Unternehmen ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr von +14 Prozent auf +10 Prozent gesunken.

Dienstleister und Industrie im Aufwind – Handel zeigt stärksten Einbruch seit 2003

Insgesamt ist der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick in vier von neun untersuchten Branchen in Deutschland für das vierte Quartal positiv, im dritten Quartal waren es noch sieben. Die Arbeitgeber im Sektor „Handel und Gastgewerbe“, der stark von kleinen Unternehmen geprägt ist, mussten den größten Rückgang hinnehmen. Der Netto-Beschäftigungsausblick liegt hier im vierten Quartal bei -6 Prozent und damit 11 Prozentpunkte schwächer als im Vorjahr. Dies ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Erhebung in 2003. Die Transportbranche sowie Versorger im Bereich Gas, Wasser und Elektrizität verlieren leicht.

Die stärkste Bereitschaft zur Neueinstellung herrscht, wie auch in den Quartalen zuvor, im Bereich Finanzen und Unternehmensdienstleistungen. Hier kommt der saisonbereinigte Beschäftigungsausblick für das vierte Quartal 2017 auf +13 Prozent – erneut ein Anstieg um zwei Prozentpunkte zum Vorquartal. Unter den vier optimistischsten Branchen befindet sich zudem die Industrie. Mit einem Beschäftigungsausblick von +10 Prozent liegt sie vier Prozentpunkte über dem Vorquartal – und es ist der stärkste Quartals-Anstieg aller Branchen und repräsentiert den stärksten Wert dieses Sektors seit Anfang 2012. Auch das Baugewerbe sowie die öffentliche Verwaltung gehören zu den Wirtschaftssparten mit gutem Einstellungsklima.

Frankfurt meldet die stärksten Beschäftigungsaussichten, Berlin holt auf

Die Mainmetropole erreicht mit einem Beschäftigungsausblick von +14 Prozent den besten Wert im Regionalvergleich. Jeder fünfte Arbeitgeber in Frankfurt am Main will einstellen. „Neun von zehn Frankfurter Unternehmen gehören zum Dienstleistungssektor, der branchenweit den besten Beschäftigungsausblick zeigt", erklärt ManpowerGroup Deutschland Chef Herwarth Brune. „In Folge des Brexit gewinnt Frankfurt für die Finanzwirtschaft an Bedeutung, sie kann mit dem Zuzug von Fachkräften aus London rechnen.“

Auch in München plant etwa jedes fünfte Unternehmen Neueinstellungen im vierten Quartal, doch es wollen auch sechs Prozent der Firmen Personal abbauen. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick erreicht in der bayrischen Hauptstadt daher nur +11 Prozent.

Die deutsche Hauptstadt hat zwar keinen so hohen Beschäftigungsausblick wie Frankfurt oder München, steht mit +7 Prozent aber vorsichtig optimistisch da und hat vor allem deutlich aufgeholt: Im Vergleich zum dritten Quartal gewinnt Berlin fünf Prozentpunkte, zum Vorjahr sechs Prozentpunkte. „Der gesamte Osten zeigt eine positive Entwicklung“, sagt Brune. Die Region Ost gewinnt im Vergleich zum Vorquartal fünf Prozentpunkte und ist neun Prozentpunkte stärker im Vergleich zum Vorjahr.

Verlierer im regionalen Vergleich ist vor allem das Ruhrgebiet mit einem Beschäftigungsausblick von -6 Prozent im vierten Quartal – ein Verlust von 15 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Der Norden erreicht einen saisonal bereinigten Beschäftigungsausblick von +2 Prozent. Hier sorgt vor allem Hamburg mit 28 Prozent einstellungsbereiter Firmen für Stabilität.

Weltweiter Beschäftigungsausblick vorwiegend positiv


Weltweit sind in 42 der 43 untersuchten Ländern und Regionen in den kommenden drei Monaten mehr Einstellungen als Entlassungen geplant, wie die Befragung der ManpowerGroup von mehr als 59.000 Arbeitgebern zeigt. Zum ersten Mal seit dem zweiten Quartal 2008 und der folgenden globalen Rezession gibt es kein einziges Land mit negativem Netto-Beschäftigungsausblick.

Detaillierte Ergebnisse des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers für alle teilnehmenden Länder inklusive einer Infografik sind hier abrufbar.

Hintergrundinformation

Die ManpowerGroup veröffentlicht jedes Quartal das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer. Dafür werden über 59.000 Arbeitgeber in 43 Ländern zu ihren Einstellungs- und Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt. Die Ursprungswerte werden mithilfe einer Methode zur Saisonbereinigung von jahreszeitlichen Schwankungen befreit. Die Untersuchung mit dem internationalen Titel „ManpowerGroup Employment Outlook Survey“ ist die am längsten laufende weltweite Untersuchung zur Einschätzung der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung. Die Ergebnisse finden weltweit Beachtung bei Ökonomen, Arbeitsmarktexperten und Finanzanalysten. Die Studie dient unter anderem der Europäischen Kommission regelmäßig als Quelle für ihren monatlichen Beobachtungsbericht (monthly monitoring report) über die europäische Arbeitsmarktlage und die soziale Situation in der EU.


Mehr Informationen zum ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer
finden Sie hier.