Employer Branding: Die „großen Fünf“ der Bewerbererwartungen

Talente bewegen, sich zu bewerben. Dazu müssen sich Unternehmen in Zeiten der einfachen Vergleichbarkeit durch Onlinekanäle immer stärker vom Wettbewerb abgrenzen. Doch wie? ManpowerGroup Solutions hat die Top-5-Erfolgsfaktoren ermittelt. Dazu wurden 230 arbeitssuchende Fachkräfte befragt.

1. Arbeitgebermarke so wichtig wie das Gehalt

Das Image des Arbeitgebers ist nach der Stellenbeschreibung einer der drei wichtigsten Faktoren bei Karriere-Entscheidungen. Die Arbeitgebermarke steht damit auf einer Stufe mit dem Gehalt. Und je weiter Menschen beruflich vorankommen, desto wichtiger wird das Image, und das Finanzielle verliert an Bedeutung.

2. Stellenbeschreibung: das Bewerbungsschreiben der Unternehmen

Jobsuchende wollen das Unternehmen kennenlernen, bevor sie sich bewerben. 43 Prozent der Fachkräfte ist die Qualität der Stellenbeschreibung dafür ein Indiz. Sie schauen sich  an, was die Beschreibung über das Unternehmen aussagt und was das Arbeiten dort besonders macht. Jeder dritte Befragte erwartet hier daher schon detaillierte Informationen zum Arbeitgeber, der Jobposition und zur Vergütung.

Die Stellenbeschreibung ist somit quasi das Bewerberschreiben des Unternehmens an den Arbeitnehmer. Eines von mehreren: Denn 86 Prozent der potentiellen Bewerber besuchen auch Unternehmens-Websites, sobald sie von dem Unternehmen erfahren haben. Hier ist wichtig, dass der allgemeine Auftritt sich mit den HR-Botschaften deckt.

3. Immer wichtiger: Social Media und Bewertungsportale

Darüber hinaus orientiert sich fast jeder Arbeitnehmer vor jeder Bewerbung, wie das Unternehmen in sozialen Netzwerken auftritt. Arbeitgeber sollten hier Strategien für die Kontrolle und den Aufbau einer authentischen Marke auf Social-Media-Websites entwickeln. Dazu zählen beispielsweise Facebook-Beiträge, schnelle Hilfe über Twitter und Blogartikel von den Mitarbeitern über das Unternehmen.

Das gleiche gilt für Arbeitgeber-Bewertungsportale. Viele der Befragten nutzen Plattformen wie Kununu und neuerdings Glassdoor, um sich einen ersten und vermeintlich authentischen Eindruck von der Unternehmenskultur zu verschaffen. Arbeitgeber sollten diese Portale aktiv mit Inhalten bespielen, Präsentationsmöglichkeiten nutzen und einen offenen Dialog anbieten.

4. Bewerbergespräch: Persönlich schlägt Video

Doch virtuell ist nicht alles: Viele HR-Manager setzen zwar inzwischen auf Videokonferenzen für Bewerbungsgespräche. Die Kandidaten bevorzugen es jedoch „old school“: 72 Prozent bevorzugen den Besuch beim Unternehmen. Nur zwei Prozent fühlen sich im Videochat mit dem HR-Mitarbeiter wohler. Skype und Social Media können den persönlichen Eindruck also nicht ersetzen. Daher sollte ein persönliches Treffen so früh wie möglich angeboten werden. Unternehmen sollten in Karrierewebsites oder in sozialen Netzwerken auch offen ansprechen, wie der Bewerbungsprozess abläuft. So wissen die Kandidaten, worauf sie sich einstellen müssen und sind nicht enttäuscht. Diese Information beeinflusst ihre Entscheidung, ob sie sich bewerben oder nicht. Außerdem erleben sie schon hier, dass das Unternehmen transparent ist und Prozesse klar strukturiert hat.

5. Die Spreu vom Weizen trennen: Offen über Qualifikationen sprechen

Sämtliche genannten Faktoren beeinflussen die Arbeitgebermarke und damit die Wahrscheinlichkeit, ob sich Kandidaten bewerben. Bei Unternehmen mit einer starken Arbeitgebermarke stehen Spitzenkräfte regelrecht Schlange. Kandidaten bemühen sich dann meist frühzeitig um einen Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber. Zudem legen sie ihre eigenen Fähigkeiten oft ein wenig optimistischer aus, um aus der Masse an Bewerbungen herauszustechen und eingestellt zu werden. 



Deshalb ist es für Unternehmen mit starken Arbeitgebermarken wichtig, Screenings und Assessments in das Recruitingverfahren einzubauen. Hier erwarten Bewerber Offenheit: Wer hier ohne Umschweife notwendige Qualifikationen anspricht, sorgt für Transparenz und Fairness. Das minimiert die Gefahr von negativem Feedback in Online-Jobbörsen und sozialen Medien und stärkt die Arbeitgebermarke. Unabhängig davon sollten benötigte Qualifikationen natürlich klar aus der Stellenbeschreibung hervorgehen.



Die Studie macht deutlich, wie wichtig das Markenimage eines Unternehmens als Faktor bei Karriere-Entscheidungen von Fachkräften ist. Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen. Wie setzen Sie Employer Branding in Ihrem Unternehmen um? Wir sind neugierig auf Ihre Kommentare.