Erfolgreiche Karrieremessen Teil 1: Gute Planung ist die halbe Miete

Dass es sinnvoll ist, auf Messen direkt mit Bewerbern ins Gespräch zu kommen, steht für die meisten Personaler außer Frage. Sie nehmen an Karrieretagen in Universitäten teil, sind auf Messen präsent oder führen in Eigenregie Recruiting-Veranstaltungen durch. Was aber sind die Erfolgsfaktoren, damit sich diese Aktivitäten auch lohnen? Das verraten wir Ihnen in unserer Serie „Erfolgreiche Karrieremessen“. Im ersten Teil haben wir fünf Tipps für die Planung von Messeauftritten zusammengestellt.

 

Jobmesse für die Karriere
  1. Die richtige Messe aussuchen

Möglichkeiten, um sich Bewerbern zu präsentieren, gibt es viele. Aber Messepräsenzen kosten Zeit und Geld. Um herauszufinden, ob eine Veranstaltung für Sie und Ihr HR-Team attraktiv ist, sollten Sie folgende Fragen mit „Ja“ beantworten:

  1. Treffe ich auf dieser Messe potentielle Bewerber?  
  2. Ist die Messe etabliert, und ist es sicher, dass sie die richtigen Besucher anzieht?
  3. Nehmen meine Konkurrenten dort teil?
  4. Kann ich mir Stand, Vor- und Nachbereitung leisten?
  5. Bietet der Messeveranstalter genaue Informationen zu den zu erwartenden Besuchern? 
  6. Erwarten meine Bewerber, dass wir dort anzutreffen sind?  

Gibt es sehr viele Messen, die für Ihr Unternehmen attraktiv sind, sollten Sie anhand Ihrer Ressourcen priorisieren. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Lieber auf einen Auftritt verzichten als aus Ressourcenmangel eine unprofessionelle Präsentation hinlegen.

  1. Das Ziel für den Messeauftritt definieren

Nicht nur Kandidaten sollten sich gut vorbereiten, wenn sie eine Jobmesse besuchen. Auch als Aussteller sollten Sie im Voraus definieren, was das Ziel Ihres Engagements ist. Wollen Sie vor allem etwas für Ihr Arbeitgeber-Image tun? Wollen Sie neue Kontakte zu spannenden Bewerbern nach Hause bringen? Natürlich wäre es schön, wenn man alles auf einmal erreichen könnte. Doch manchmal ist es sinnvoll, schon bei der Konzeption der Messe-Präsenz das wichtigste Ziel im Auge zu haben: Will ich viele Kontakte mit potentiellen Bewerbern? Dann muss ich viel Raum für den Dialog mit Ihnen schaffen. Will ich stattdessen vor allem mein Image über Vorträge und das Design meines Standes kommunizieren, muss ich ihn dementsprechend konzipieren.

  1. Den Messeauftritt bewerben

Sie sind bei einer Messe dabei? Super. Geben Sie so vielen Bewerbern wie möglich die Chance, Sie persönlich kennenzulernen. Dazu sollten Sie über Ihre Recruiting-Seite und – wenn die Pressestelle mitmacht – über Pressemitteilungen öffentlich machen, dass Sie einen Messeauftritt planen und welche Inhalte sie vorbereitet haben. Pflicht ist natürlich auch die Ansprache Ihrer Zielgruppe über die eigenen Social Media-Kanälen wie Xing, LinkedIn, Facebook oder Twitter. Besonders effektiv ist eine sogenannte „Landing Page“, also eine eigene Seite auf Ihrer Homepage, die ausführlich über diese Messe und Ihre Botschaften dort berichtet. Hier können Sie das Messeteam vorstellen und anbieten, Termine zu vereinbaren. 

  1. Termine machen

Spontanität ist eine tolle Eigenschaft – aber nicht, wenn man nur begrenzte Ressourcen und einen engen Zeitrahmen hat. Die Stände von begehrten Unternehmen werden in der Regel extrem stark von Bewerbern frequentiert. Bieten Sie Interessenten deshalb an, Termine zu machen. Das können Sie über Ihrer News- oder Karriereseite tun, wenn Sie ankündigen, dass Sie an einer Messe teilnehmen. Das können Sie als Personaler aber auch über Ihre eigenen Xing- und LinkedIn-Profile tun. 

Legen Sie die Termine mit den interessantesten Bewerbern auf den Vormittag. Da sind Sie noch aufmerksamer als nach einigen Stunden Messe-Stress. Pro Bewerber sollten Sie 30 Minuten Zeit einrechnen. Faustregel für Messeprofis: Wenn im Vorfeld einer Fachmesse für 30 Prozent der verfügbaren Zeit Termine angesetzt werden können, wird der Auftritt kein Misserfolg.

  1. Die Standbesetzung planen

Natürlich muss jeder Stand mit einer ausreichenden Anzahl von Ansprechpartnern besetzt sein. Besonders in Stoßzeiten ist das manchmal eine Herausforderung. Aber egal, wie groß der Andrang und Ihr Messestand sind: Eine Person muss den Empfang übernehmen. Er oder sie steht am Rande des Standes oder gut sichtbar hinter einem Desk. Er achtet darauf, dass niemand verloren vor dem Stand steht, bringt Interessenten und Gesprächspartner zusammen, und wenn niemand verfügbar ist, vereinbart er Termine. So können sich die anderen Mitarbeiter auf ihren jeweiligen Gesprächspartner konzentrieren.  

Planen Sie auf jeden Fall genug Mitarbeiter ein, die Sie am Stand unterstützen. Wenn jeder zweite Besucher unbeachtet von dannen zieht, schadet das Ihrem Ruf. Noch ein letzter Tipp: Spätestens nach dem sechsten Bewerbergespräch raucht den meisten der Kopf. Berechnen Sie also auch Pausen ein, wenn Sie das den Personalbedarf für den Stand definieren.  

Im zweiten Teil unserer Serie, den sie bald hier lesen können, geben wir Ihnen dann einige Überlebenstipps für den Messealltag.