Fachkräftemangel wächst

Seit die Berufswelt über das Thema Fachkräftemangel diskutiert, gibt es auch immer wieder Stimmen, die sagen, dies sei ein Mythos oder bloße Panikmache. Ob qualifizierte Bewerber tatsächlich fehlen oder die Recruiter nur nicht gründlich genug suchen, sei dahingestellt – dass in vielen Unternehmen offene Stellen zu lang unbesetzt bleiben, ist Fakt.

 

Das belegt die Studie Fachkräftemangel, die die ManpowerGroup bereits seit 2006 jährlich weltweit durchführt. 2014 haben 37.000 Arbeitgeber daran teilgenommen, 1.000 davon in Deutschland. Ein Ergebnis: 40 Prozent der in der Bundesrepublik ansässigen Unternehmen haben derzeit Probleme, geeignete Kandidaten zu finden. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Quote um fünf Prozentpunkte gewachsen.

Für den Recrutainment Blog haben wir einen Gastbeitrag geschrieben, der die Ergebnisse ausführlicher darstellt. Hier eine verkürzte Version:

Weltweit sind 36 Prozent der von der ManpowerGroup befragten Arbeitgeber vom Fachkräftemangel betroffen. Die weltweite Quote ist nur leicht angestiegen. Deutschland liegt mit 40 Prozent also etwas über dem globalen Durchschnitt, gleichauf mit den USA. Die mit Abstand größten Schwierigkeiten haben Unternehmen in Japan: 81 Prozent finden nach eigenen Angaben keine passenden Mitarbeiter.

Der Mangel an passenden Bewerbern hat weitreichende Folgen, wie die Studie ebenfalls offenbart: Fast zwei Drittel der betroffenen Unternehmen in Deutschland sagen, dass sie wegen der unbesetzten Stellen Schwierigkeiten haben, Kundenaufträge abzuarbeiten. 45 Prozent sehen bereits jetzt, dass sich dies negativ auf die Kundenzufriedenheit auswirkt. Jedes zweite Unternehmen, das mit dem Bewerbermangel kämpft, sieht dadurch außerdem seine Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.

Am häufigsten gesucht: Handwerker, Ingenieure und Führungskräfte


Unverändert am dringendsten gesucht werden in Deutschland derzeit Handwerker und Ingenieure. Auf Platz 3 der am schwierigsten zu besetzenden Positionen liegen 2014 aber schon die Führungskräfte. Sie lagen 2012 noch auf Rang 8 und waren im letzten Jahr komplett aus den Top Ten herausgefallen. Ebenfalls händeringend gesucht werden derzeit Fachkräfte in den Bereichen IT, Gastronomie, Verwaltung/Assistenz, Vertrieb, Medizin, Technik sowie Finanz- und Rechnungswesen.

Die deutschen Unternehmen reagieren auf das Problem mit unterschiedlichen Strategien. In der Studie geben beispielsweise 19 Prozent an, zusätzlichen Schulungen für vorhandene Mitarbeiter anzubieten. Darüber hinaus sind Unternehmen darauf angewiesen, sich neue Wege und Quellen im Recruiting zu eröffnen. So geben 16 Prozent der betroffenen Arbeitgeber in Deutschland an, alternative Beschäftigungsmodelle implementieren zu wollen. 13 Prozent möchten Kandidaten eine Chance geben, im Job in ihre Aufgabe hineinzuwachsen, auch wenn ihnen noch wichtige Qualifikationen fehlen.

Mehr Infos zur Studie und Downloads gibt es hier: