Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz klettert auf Rekordhoch

Das Kind ist krank, die Kita hat zu oder der Partner kann kurzfristig doch nicht auf das Kind aufpassen? Für viele Väter und Mütter sind das richtige Herausforderungen im Alltag, vor allem wenn man in Teilzeit oder sogar Vollzeit arbeitet. Von berufstätigen Eltern wird somit viel Flexibilität abverlangt. Es muss sich also was ändern in Unternehmen - und das tut es.

 

Jobzufriedenheit, Eltern, Beruf und Familie

Immer mehr Berufstätige in Deutschland, mittlerweile jeder Dritte, bezeichnen ihren Arbeitgeber als familienfreundlich. Damit steigt die Anzahl der familienfreundlichen Unternehmen seit Jahren konstant an.

„Die Unternehmen in Deutschland wissen mittlerweile, dass sie ihren Mitarbeitern etwas bieten müssen”, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Damit sie Familie und Beruf vereinbaren können und im Alltag entlastet werden, kommen die Arbeitgeber ihnen weiter entgegen. In vielen Unternehmen hat sich eine ‘Pro-Familien-Stimmung’ entwickelt.”

39 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass ihre Firma flexible Arbeitszeitmodelle anbietet. Vor einem Jahr waren es nur 32 Prozent. Was ebenfalls eine Hilfe ist bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: 23 Prozent der Unternehmen ermöglichen Mitarbeitern das Home Office. Im Vorjahr waren es nur 14 Prozent. Ein Zeichen dafür, dass das Arbeiten von Zuhause aus langsam Akzeptanz in deutschen Unternehmen findet.

„Es gibt noch viel Verbesserungspotenzial”

 

Um den Spagat zwischen Familienleben und Arbeit gut hinzukriegen, geben mittlerweile viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern entsprechende Möglichkeiten.

  • Die Hälfte der Befragten hat die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten (46 Prozent).
  • Nahezu jeder Dritte (29 Prozent) kann aus einer Teil- wieder in eine Vollzeitstelle wechseln.
  • 27 Prozent der Angestellten mit Kindern können flexible Arbeitszeiten vereinbaren.

„Es gibt aber auch noch viel Verbesserungspotenzial”, so Brune. „Und das sollten Arbeitgeber nutzen, um den Wettbewerb um die begehrten Fachkräfte zu gewinnen.”

Ein Ansatz wäre, Wiedereingliederungsprogramme für Mitarbeiter aufzusetzen, die aus der Elternzeit zurückkommen. Dies ermöglichen derzeit nämlich nur 16 Prozent der deutschen Arbeitgeber. Lediglich zehn Prozent der Befragten geben an, dass es in ihrer Firma Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt, und gerade einmal neun Prozent helfen Mitarbeitern bei der Suche nach einem Kita- oder Kindergartenplatz. Hier gibt es also noch viel Spielraum nach oben.

„Unternehmen müssen noch mehr Angebote machen, um gute Mitarbeiter zu finden und dauerhaft an sich zu binden”, so Brune. Denn: Jeder zehnte Arbeitnehmer möchte den Job wechseln, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.

Andere entscheidende Faktoren für einen Jobwechsel sind eine bessere Bezahlung und der Wunsch nach mehr Wertschätzung.

Über die Studie „Jobzufriedenheit 2017“

 

Die Studie „Jobzufriedenheit 2017“ basiert auf einer Online-Befragung unter 1.018 Deutschen ab 18 Jahren. Sie wurde im Auftrag der ManpowerGroup Deutschland im März 2017 vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt. Die Ergebnisse sind bevölkerungsrepräsentativ hochgerechnet.

 


Die Infografik und detaillierten Ergebnisse finden Sie hier.