Flexibilität im Job: Welche Modelle sind besonders gefragt?

Aus der Studie: Globale Candidate Preferences

Befragt wurden 14.000 Berufstätige im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in 19 Ländern.

Die Bewerber gaben darüber Auskunft, welche Faktoren für sie bei der Jobsuche entscheidend sind.

 

Flexible Arbeitszeitgestaltung ist längst nicht mehr nur ein Wunsch von arbeitenden Müttern und Millennials. Arbeitnehmer aller Altersstufen wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. In dieser Blogserie erklären wir, welche Präferenzen Bewerber weltweit haben und wie Unternehmen auf diese eingehen können.
In Teil II erklären wir, welche Formen der Flexibilität besonders gefragt sind.

Hier geht es zum ersten Teil.


Die weltweit beliebtesten Formen der flexiblen Arbeitszeitgestaltung sind das Arbeiten in Gleitzeit sowie ortsunabhängiges oder Arbeiten im Home-Office.

Das sind die Präferenzen in Deutschland:


Die Präferenzen der Bewerber in den einzelnen Ländern werden von einer äußerst komplexen Dynamik logistischer, wirtschaftlicher, kultureller und persönlicher Faktoren bestimmt.

Viele große Unternehmen haben die Innenstädte verlassen und sind in die Vororte gezogen. Das bedeutet längere Anfahrtszeiten zur Arbeit; die Arbeitnehmer haben zudem möglicherweise mit einem unzuverlässigen oder wenig ausgebauten öffentlichen Verkehrssystem zu kämpfen. In diesen Situationen gewinnt die Möglichkeit von Gleitzeit besonders an Bedeutung.

In China spielen vor allem die regionalen wirtschaftlichen Bedingungen eine Rolle, zum Beispiel, wenn durch rasantes Unternehmenswachstum beruflicher Erfolg Hingabe, lange Arbeitszeiten und harte Arbeit bedeutet. Der daraus resultierende Stress weckt bei vielen Arbeitnehmern den Wunsch, längere Pausen in ihrem Berufsleben einlegen zu können, sei es für Ruhe und Erholung, die Familie oder für Fortbildung. Die Bewerber vertrauen darauf, dass sie dank der florierenden Wirtschaft leicht einen neuen Arbeitsplatz finden.

Ein weiterer, marktübergreifend einflussreicher Faktor ist die Präsenz internationaler Unternehmen. Speziell Technologiefirmen bringen flexible Arbeitsmodelle mit in die Arbeitsmärkte. Das schafft bei den Bewerbern eine andere Erwartungshaltung. Regionale oder traditionell arbeitende Unternehmen sind in der Folge möglicherweise beim Wettbewerb um die besten Fachkräfte benachteiligt.

In den USA lassen die Arbeitnehmer häufig ihren bezahlten Urlaub verfallen; dennoch wünschen sich viele von ihnen unbegrenzte bezahlte Urlaubstage. Manche Unternehmen gehen sogar noch weiter: Sie bieten ihren Mitarbeitern nicht nur eine unbegrenzte Anzahl von bezahlten Urlaubstagen, sondern bezahlen sie speziell dafür, sich in gemeinnützigen Organisationen gesellschaftlich zu engagieren.

Das Beachten von regionalen Präferenzen schafft Wettbewerbsvorteile

Um hochqualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren und an ihr Unternehmen zu binden, sollten Arbeitgeber die regionalen Präferenzen ihrer Kandidaten genau kennen.

„Wenn Arbeitgeber qualifizierte Bewerber für sich gewinnen und langfristig binden möchten, müssen sie ihnen ein attraktives Leistungspaket schnüren. Dazu gehört auch Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung.”
Markus Holtmann, Business Development Manager RPO, ManpowerGroup Solutions, Deutschland

Flexibilität ist nicht mehr nur Frauensache:


Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht mehr länger vorrangig für Frauen relevant, sondern ein geschlechter-, generations- und altersübergreifender gesellschaftlicher Wunsch. Der Bericht „7 Steps to Conscious Inclusion” der ManpowerGroup hat aufgezeigt: Viele Frauen betrachten die Balance zwischen Beruf und Familie, ortsunabhängiges Arbeiten, flexible Arbeitszeiten sowie die Konzentration auf die eigentlichen Ergebnisse der Arbeit inzwischen als essenziell. Auch die Gruppe der Millennials (Bewerber im Alter zwischen 18 und 34) ist mehrheitlich der Überzeugung, dass sowohl Arbeit als auch Privatleben vom technologischen Fortschritt und einer Entkopplung von Arbeit und Ort profitieren. Das hat eine weitere Studie der ManpowerGroup ergeben.

In vier der fünf Arbeitsmärkte, die wir in den  letzten zwei Jahren beobachtet haben (Australien, Mexiko, Großbritannien und die USA), hat der Anteil jener männlichen Bewerber signifikant zugenommen, für die Arbeitszeitflexibilität zu den drei wichtigsten Motivationsfaktoren bei beruflichen Entscheidungen gehört. Flexibilität ist also ein zunehmend geschlechterunabhängiges Thema.

Noch ist allerdings in den meisten Ländern die Arbeitszeitflexibilität für Frauen wichtiger als für Männer. Eine Ausnahme bildet Polen: Dort wünschen sich mehr Männer als Frauen größere Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung.

„Der Wunsch nach mehr Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung ist unabhängig vom Alter oder Geschlecht der Mitarbeiter. Jede Generation, egal ob Babyboomer oder Millennial, hat aus unterschiedlichen Gründen den Bedarf nach mehr Flexibilität. Sei es das Streben nach einer ausgewogenen Work-Life Balance oder besseren Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf. Mit der heutigen Technologie haben wir die Möglichkeit, den Mitarbeitern diesen Wunsch zu erfüllen.”
Markus Holtmann, Business Development Manager RPO, ManpowerGroup Solutions, Deutschland

In Teil III dieser Blogserie erklären wir, welche Branchenunterschiede es gibt. Verlangen Mitarbeiter aller Branchen ähnliche Flexibilität? Welche Modelle sind in welcher Branche besonders gefragt? Nächste Woche erfahren Sie mehr.