Führung in Zeiten digitaler Transformation – Teil I

Digitalisierung, Datenwachstum, Automatisierung, künstliche Intelligenz, private und öffentliche Cloud, Machine Learning, Mooresches sowie Metcalfesches Gesetz und vieles mehr: Die Bedeutung von Technologie für Unternehmen und Organisationen aller Größen und aller Branchen lässt sich heute bereits kaum mehr überschätzen – und die Entwicklung schreitet mit immer größeren Tempo voran.

Bis zum Jahr 2020 – so die Erwartung – stammen 30 % aller Unternehmenseinnahmen aus neuen Geschäftsmodellen.1 Zukunftsorientierte Unternehmen müssen sich rasant und stetig digital transformieren, um sich weiterhin im Wettbewerb zu behaupten und das Potenzial neuer Geschäftschancen richtig zu nutzen. Ihre Leitungsteams müssen daher willens und in der Lage sein, die Herausforderung anzunehmen und im digitalen Zeitalter zu führen.

Unternehmen, die digitale Transformation positiv annehmen ...

… arbeiten bis zu 26 % profitabler als ihre Mitbewerber2

… haben einen bis zu 12 % höheren Marktwert3

Technologische Umbrüche und Revolutionen sind nichts Neues. Doch die heutigen Geschäftszyklen sind deutlich kürzer als früher. In der Industriellen Revolution dauerte es 50 Jahre, bis alle Prozesse neu definiert waren und Unternehmen das volle Potenzial der Technologie ausschöpfen konnten. Heute haben Organisationen sechs Monate oder weniger, um sich zu wandeln: Die Geschwindigkeit der Transformation gehört also zu den entscheidenden Faktoren für Erfolg oder Misserfolg. Die digitale Transformation ist zudem kein in sich abgeschlossener Prozess, den man einfach abhaken kann: Sie verlangt im Gegenteil von den Unternehmen, sich stetig zu wandeln. Nur so können sie ihren Vorsprung halten und nachhaltig wettbewerbsfähig bleiben.

Vorsicht vor der Führungslücke: Was uns bis hierhergebracht hat, bringt uns nicht weiter

Transformation beginnt vom Kopf: Führungskräfte müssen anders führen.

89 % aller Unternehmensleiter weltweit planen, testen und implementieren digitale Initiativen.

47 % aller CEOs weltweit haben mit der digitalen Transformation begonnen.

34 % erleben bereits einen positiven Beitrag der Transformation zum Unternehmenswachstum.

Beinahe neun von zehn Personalverantwortlichen sind überzeugt, nicht das Führungskräftepotenzial zur Verfügung zu haben, das notwendig wäre.

Um sich erfolgreich zu transformieren, müssen Unternehmen eine Kultur der Innovation schaffen. Sie müssen für Veränderungen offen sein; bereit, kalkulierte Risiken einzugehen. Und sie sollten willens und in der Lage sein, schnell zu scheitern. Transformation beginnt vom Kopf: Führungskräfte müssen lernen, anders zu führen.

Die meisten Unternehmen – auch die Vorreiter – geben an, dass weder ihre existierenden Führungskräfte noch ihr Führungsnachwuchs richtig auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorbereitet sind.4 In vielen Unternehmen leidet die digitale Transformation nicht nur an fehlenden Kompetenzen und Qualifikationen, sondern auch am Sentiment: Oft gibt es etwa Widerstände gegen neue Ansätze in der Arbeitsorganisation; auch ein stetiges Gefühl der Überforderung durch Komplexität ist weit verbreitet. Dieser Pessimismus spiegelt sich in der Tatsache wider, dass bisher nur 47 % aller CEOs die digitale Geschäftstransformation in ihren Organisationen eingeleitet haben – am aktivsten sind dabei Unternehmen aus der Medien-, Finanzdienstleistungs-, Einzelhandels- sowie der Gesundheitsbranche.5

Es gibt jedoch auch Grund zum Optimismus: 89 % aller Unternehmensleiter planen, erproben oder implementieren digitale Initiativen; 34 % von ihnen verzeichnen bereits einen positiven Beitrag der Transformation zur Geschäftsentwicklung.6

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmen in Hinblick auf die Phase der Transformation, in der sie sich gerade befinden: So sind einige noch damit beschäftigt, die strategische Bedeutung zu bestimmen; andere versuchen bereits herauszufinden, wessen Aufgabe diese Transformation eigentlich ist; und wieder andere halten Ausschau nach Vorbildern, denen sie folgen können. Doch wo auch immer sich Unternehmen in ihrer digitalen Transformation gerade befinden: Der Weg ist bereits vorgezeichnet. Sie müssen noch agiler werden im täglichen Balanceakt, kurzfristig Ergebnisse zu liefern und gleichzeitig die langfristige Entwicklung vorzubereiten. Um ihre Chancen zu erhöhen, müssen sie neue Werkzeuge und Denkansätze nutzen. Führungskräfte stehen vor der gewaltigen Aufgabe, mit der einen Hand ihr Unternehmen durch das Tagesgeschäft zu steuern, und es mit der anderen Hand gleichzeitig auf eine sich wandelnde und unsichere Zukunft vorzubereiten.

Nächste Woche geht es weiter mit Teil II unserer Blogserie zum Thema #Digitalleadership

 

1 McKinsey & Company: „Disruptive Trends That Will Transform the Auto Industry“ (2016)
2, 3 Capegemini Consulting: „The Digital Advantage: How Digital Leaders Outperform Their Peers in Every Industry“ (2012)
4 Information Age: „Leadership Crisis in Digital Transformation“ (2017)
5 CIO: „Driving Digital Transformation: Many Businesses are just beginning their digital transformation journeys“ (2017)
6 Fujitsu-Studie unter Führungskräften in 15 Ländern zum Status digitaler Transformationsinitiativen. Deutsch: „ Fit für die digitale Welt: Mit Co-Creation die digitale Disruption bewältigen“ (2017)