Karriereziele 2016: nach Feierabend besser abschalten

In Zeiten von Mobilität und Flexibilität verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeitsplatz und Privatem immer mehr. Noch schnell eine Email nach dem Abendessen am Esstisch lesen - warum nicht? Die ständige Erreichbarkeit und Informationsverarbeitung hat oft Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden und das Privatleben.

 

Dies äußert sich in den Ergebnissen der Studie „Karriereziele 2016“ der ManpowerGroup Deutschland. So sind mehr Gelassenheit und eine stärkere Abgrenzung zwischen Beruflichem und Privatem die Top-Ziele der deutschen Arbeitnehmer für das Jahr 2016. Mehr als ein Drittel der Deutschen haben sich zum Ziel gesetzt, nach Feierabend besser abzuschalten, um sich ihrem Privatleben widmen zu können. Mehr Gelassenheit im Job nehmen sich 32 Prozent vor.

Auf Platz drei der Karrierevorsätze folgt eine ehrgeizige Antwort: 17 Prozent haben sich selbst zum Ziel gesetzt, effizienter zu arbeiten. “Die zunehmende Komplexität am Arbeitsplatz erfordert neue und effizientere Arbeitsweisen. Mitarbeiter erkennen, dass sie mit Hilfe von Flexibilität und neuen Technologien ihre Arbeit besser erledigen können, ohne dafür das Privatleben zu opfern”, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. Damit gehen also Effizienzsteigerung und besseres Abschalten nach Feierabend Hand in Hand.

Auch die Ansprüche der Arbeitnehmer an ihr Arbeitsumfeld und ihre berufliche Entwicklung sind gestiegen. Einen Jobwechsel zu einem neuen Arbeitgeber planen wie in den Vorjahren 15 Prozent der Befragten. Innerhalb des Unternehmens wollen weitere fünf Prozent die Position wechseln.

Wunschlos glücklich und ohne gute Karrierevorsätze ist nur noch etwa jeder zehnte Deutsche (elf Prozent).

Auch Arbeitgeber bekommen To-Do-Liste

An den Arbeitgeber stellen die Bundesbürger ebenfalls Forderungen: 45 Prozent fordern mehr Gehalt. Dieser Anteil ist innerhalb eines Jahres um sechs Prozentpunkte gesunken. „Das Gehalt ist nicht mehr das Maß aller Dinge, es zählen viele weitere Faktoren“, sagt Brune. So wünscht sich jeder vierte Angestellte mehr Wertschätzung für seine Leistungen und jeder fünfte würde seine Arbeitszeit gern selbstständig einteilen dürfen. 

Gesunken sind die Wünsche, vielseitigere Aufgaben zu erhalten (17 Prozent im Vergleich zu 21 Prozent im Vorjahr) sowie mehr Verantwortung übertragen zu bekommen (neun Prozent, vorher 14 Prozent). „Zu mehr Leistungen sind die Arbeitnehmer nur bereit, wenn das Gesamtpaket stimmt und sie in ihrer Entwicklung gefördert werden“, sagt der Deutschland-Chef des Workforce Solutions Anbieters. So wünschen sich 18 Prozent der Angestellten, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, 13 Prozent wollen mehr IT-Know-how erwerben und neun Prozent haben Interesse an einem Coaching in sozialen Kompetenzen. „Wünsche nach Qualifizierung sollten die Arbeitgeber erfüllen, zum Beispiel auch mit Kooperationspartnern. Für Unternehmen gibt es doch nichts Besseres als motivierte Mitarbeiter, die ihre Fähigkeiten erweitern“, so Brune. 

Die Top 15 der Karriereziele für 2016 noch mal im Überblick:

  1. Nach Feierabend besser abschalten (36 %)
  2. Die Arbeit lockerer sehen (32 %)
  3. Effizienter arbeiten (17 %)
  4. Weniger arbeiten, z.B. Stunden reduzieren, um mehr Freizeit zu haben (15 %)
  5. Sich bei einem anderen Arbeitgeber bewerben (15 %)
  6. Besser mit den Kollegen zusammenarbeiten (12 %)
  7. Die eigenen Kompetenzen selbstbewusster präsentieren (12 %)
  8. Sich stärker im Job engagieren (11 %)
  9. Mehr Zeit in die Karriere investieren (10 %)
  10. Studium oder Ausbildung beginnen bzw. fortzuführen (10 %)
  11. Mehr Networking zu betreiben (9%)
  12. Weiterbildung bzw. neben dem Job weiterzubilden (9%)
  13. Um eine Beförderung bemühen (7%)
  14. Berufliche Auszeit / Sabbatical zu nehmen (5%)
  15. Innerhalb des Unternehmens Position wechseln (5%) 


Hintergrundinformation

Die Studie „Karriereziele 2016“ basiert auf einer Online-Befragung unter 1.004 Deutschen ab 18 Jahren. Sie wurde im Auftrag der ManpowerGroup Deutschland im November 2015 durchgeführt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

 

Die Ergebnisse sind hier zum Download verfügbar