ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer: Einstellungsbereitschaft in Berlin und in der Baubranche besonders stark

Gute Nachrichten für Arbeitnehmer: Mehr Arbeitgeber planen, zusätzliches Personal einzustellen als abzubauen. Während zehn Prozent Neueinstellungen vornehmen wollen, rechnen vier Prozent mit Entlassungen. 83 Prozent möchten die Mitarbeiterzahl konstant halten.

 

MEOS Q2 2017 Arbeitsmarktbarometer

Jedoch sollte dieses Ergebnis differenziert betrachtet werden: „In die positive Stimmung der deutschen Wirtschaft mischt sich zunehmend auch Unsicherheit über die Auswirkungen der US-Wahl und einen überhitzten Immobilienmarkt. Auch mit Blick auf die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes halten wir es deshalb für möglich, dass der Boom am deutschen Arbeitsmarkt seinen Gipfel erreicht hat“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Die Studienergebnisse kompakt als Video und Infografik finden Sie hier.


Besonders Berlin ist stark - die Einstellungsbereitschaft hier steigt seit Jahren weiter an. 21 Prozent der befragten Arbeitgeber in der Hauptstadt planen im zweiten Quartal Neueinstellungen. Nur ein Prozent rechnet damit, in den kommenden drei Monaten weniger Personal zu beschäftigen. Das befördert Berlin mit deutlichem Abstand auf den ersten Rang aller deutschen Regionen. Noch vor einem Jahr war der Beschäftigungsausblick in der Hauptstadt negativ (Q2 2016: –1 %) und die Arbeitgeber in Frankfurt am Main sowie München deutlich optimistischer gestimmt.


Die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin erreichte 2016 mit 1.889.400 Personen einen neuen Höchststand. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine Zunahme von 2,5 Prozent. Berlin weist damit die größte Zuwachsrate aller Bundesländer bei der Entwicklung der Erwerbstätigkeit auf.

Auf dem zweiten Platz landet der Norden Deutschlands (+9 %). Für die Arbeitgeber aus Städten wie Hamburg, Kiel und Rostock zeigt sich ein Anstieg des Beschäftigungsausblicks um vier Prozentpunkte. Auch der Süden steht mit +8 Prozent vergleichsweise gut da und landet mit einem Anstieg um drei Prozentpunkte auf dem

dritten Platz. In den anderen Großstädten Frankfurt am Main (+6 %) und München (+4 %) trübt sich der Beschäftigungsausblick dagegen leicht ein.

Finanz- und Baubranche sowie Großunternehmen stellen ein

Die beste Stimmung herrscht, wie auch in den Quartalen zuvor, in der Finanzbranche und bei Unternehmensdienstleistern.


Genauso positiv sind die Arbeitgeber in der Baubranche: Der Beschäftigungsausblick steigt hier auf +11 Prozent. Die Vorausschau in der verarbeitenden Industrie konnte sich um zwei Prozentpunkte auf +8 Prozent verbessern.

Bei der Logistik- und Kommunikationsbranche ist der Ausblick bereits jetzt verhaltener als im vorherigen Quartal. Hier fiel der Beschäftigungsausblick auf aktuell +1 Prozent. Auch Einzelhandel und Gastronomie bleiben auf einem niedrigen Level bei aktuell +/–0 Prozent.

Große Banken, Baukonzerne und Industrieunternehmen wollen dagegen weiter einstellen. Kleine Firmen im Bereich Einzelhandel oder Kommunikation planen eher die Belegschaft konstant zu halten.

 

Großunternehmen sind besonders Einstellungswillig

Über alle Branchen hinweg sind es vor allem die großen Firmen, die im zweiten Quartal 2017 Einstellungen planen. 27 Prozent der Großunternehmen planen zwischen April und Juni verstärkt Mitarbeiter einzustellen. Die mittelgroßen Unternehmen wollen zwar auch mehr Personal einstellen als entlassen, der Beschäftigungsausblick reicht aber mit +13 Prozent nicht an das Level der Großunternehmen heran. Für kleine Firmen beträgt der Ausblick ebenfalls +13 Prozent.

International: EMEA-Arbeitsmarkt-Vorhersagen größtenteils positiv – auch in den USA soll verstärkt eingestellt werden

In den USA steigt die Einstellungsbereitschaft auf hohem Niveau noch weiter an. Angekündigte Maßnahmen wie die Lockerung der Finanzmarktregulierung oder die Neugestaltung von internationalen Abkommen zugunsten einer eher protektionistischen Handelspolitik stimmen die Arbeitgeber auch dort weiterhin optimistisch. Der Netto-Beschäftigungsausblick steigt dort um einen Prozentpunkt auf +17 Prozent.

In Europa und anderswo sorgt die Politik des US-Präsidenten Donald Trump an einigen Stellen zwar für Unsicherheit, trotzdem ist die Lage am Arbeitsmarkt überwiegend gut. Arbeitgeber in 21 von 24 untersuchten Ländern der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika, kurz EMEA, planen mehr Neueinstellungen als Entlassungen.

Detaillierte Ergebnisse des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers für alle teilnehmenden Länder inklusive einer Infografik sind abrufbar unter diesem Link.

 

 

Hintergrundinformation

Die ManpowerGroup veröffentlicht jedes Quartal das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer. Dafür werden über 59.000 Arbeitgeber in 43 Ländern zu ihren Einstellungs- und Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt.


Detailliertere Informationen zum ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer finden Sie hier.