Mythos Fachkräftemangel: Wahrheit oder Gerücht?

Der Fachkräftemangel nimmt zu und das nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Am stärksten betroffen sind Japan, Peru und Hong Kong. Weltweit hat mehr als ein Drittel aller Unternehmen Probleme bei der Besetzung ihrer offenen Positionen. In Deutschland sagt sogar fast jeder zweite Arbeitgeber, dass er unter Fachkräftemangel leidet. Das ist die höchste Zahl seit der Wirtschaftskrise in 2008!

 

Fachkräftemangel Infografik

ManpowerGroup befragt seit 2006 jährlich weltweit Arbeitgeber ob sie Schwierigkeiten haben, ihre Stellen zu besetzen. Sie werden auch gefragt, welche Berufsgruppen besonders schwer zu finden sind. In diesem Jahr haben über 41.700 Personalverantwortliche in 42 Ländern an der Studie Fachkräftemangel teilgenommen. In Deutschland haben sich 1.000 Unternehmen an der Umfrage beteiligt.

Die zentralen Ergebnisse der Studie

Weltweit steigt der Anteil der Arbeitgeber, die Probleme bei der Besetzung ihrer offenen Positionen haben an. Lag der Wert in 2009 noch bei 30 Prozent, so ist er inzwischen auf 38 Prozent geklettert. Deutschland liegt mit 46 Prozent über dem globalen Durchschnitt. Der Arbeitsmarkt in Deutschland brummt. Mit über 42 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland ist die Zahl so hoch wie nie zuvor. Auch die Zahl der Arbeitslosen befindet sich derzeit auf einem Rekordtief. Diese Situation verschärft natürlich die Suche nach passendem Personal. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Arbeitgeber sagen, sie spüren den Fachkräftemangel.  

Der Mangel an passendem Personal hat Folgen. So zwingt er Unternehmen, Aufträge von Kunden abzulehnen. 58 Prozent der deutschen Arbeitgeber sagen, dass sie aufgrund fehlender Spezialisten Aufträge nicht erfüllen können. Und 40 Prozent geben sogar an, dass sie durch den personellen Engpass ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit gefährdet sehen.

Händeringend gesucht: Facharbeiter und Handwerker

Am häufigsten werden in Deutschland Facharbeiter und Handwerker gesucht. Sie belegten bereits im letzten Jahr den ersten Platz, der am schwierigsten zu besetzenden Positionen. Immer weniger junge Menschen können sich für einen handwerklichen Beruf begeistern. So konnten zum Beispiel über 20.000 Lehrstellen zu Beginn des Ausbildungsjahres 2014 in Deutschland nicht besetzt werden. Seit 2009 hat sich dieser Wert verdreifacht. 

Vom dritten auf den zweiten Platz, der am schwierigsten zu besetzenden Positionen, sind Führungskräfte vorgerückt. In den nächsten Jahren gehen viele der Babyboomer in den Ruhestand. Um diese Lücke rechtzeitig zu schließen, müssen Unternehmen gezielte Nachwuchsprogramme und Coachings durchführen. Zu den Engpassberufen zählen weiterhin auch IT-Fachkräfte. Hier macht sich der Megatrend Industrie 4.0 bereits bemerkbar. Die Unternehmen stehen vor fundamentalen Veränderungen. Um auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen zu können, benötigen sie erfahrene Spezialisten. In den nächsten 10 Jahren erwarten Ökonomen ein Wachstumspotenzial von 78 Milliarden Euro durch Industrie 4.0-Technologien. Besonders profitieren werden die folgenden Branchen: Maschinen- und Anlagenbau, Elektroindustrie, Automotive, Chemie, Landwirtschaft sowie Informations- und Kommunikationsunternehmen.

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Weitere Informationen zur Studie Fachkräftemangel gibt es hier.