Recht auf Teilzeit: Weniger oder flexibler arbeiten?

Das Bundeskabinett hat letzte Woche einem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministers, Hubertus Heil, zugestimmt. Danach erhalten Arbeitnehmer in Deutschland das Recht auf eine zeitlich begrenzte Teilzeitstelle. Nach dem Ablauf dieser so genannten „Brückenteilzeit“ würden sie dann wieder in die Vollzeit zurückkehren können. Das neue Gesetz soll in Unternehmen mit mehr 45 Beschäftigten gelten. Jetzt soll das Gesetz das parlamentarische Verfahren durchlaufen und könnte dann 2019 gelten.

Welche Auswirkungen hat das für Unternehmen und Arbeitnehmer?

Herwarth Brune, der Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup teilt dazu seine Meinung:

„Ich denke es ist schwer zu beurteilen wie sinnvoll das ist oder nicht. Wo es in der heutigen Zeit so viele offene Stellen gibt und alle händeringend nach Talenten suchen, müsste das alleine eine Entscheidung der Arbeitnehmer sein. Die meisten Teilzeitkräfte die ich kenne machen das ganz bewusst weil sie eben nicht mit ihrem Privatleben eine Vollzeittätigkeit vereinbaren können. Ich bin immer skeptisch wenn es zu viele Regulierungen gibt, denn der Arbeitsmarkt braucht Luft zum Atmen, braucht Freiheit und Flexibilität. Die Unternehmen kämpfen gerade darum noch flexibler zu sein um in Deutschland bleiben zu können. Hier muss man also vorsichtig sein. Was die Menschen heute wollen, nicht nur die Firmen, ist mehr Flexibilität, mehr Möglichkeit das private Leben mit der Firma zu vereinen, das heißt nicht weniger arbeiten, sondern flexibler. Wir müssen also aufpassen, dass wir mit Gesetzen nicht genau den Menschen schaden, denen wir als Wähler eigentlich helfen wollen“.