Robuste Konjunktur treibt den Arbeitsmarkt weiter an

Seit über 50 Jahren stellt die ManpowerGroup über 1.000 Arbeitgebern aus unterschiedlichen Regionen und Branchen jedes Quartal eine Frage – „Welche Veränderungen der Beschäftigungslage erwarten Sie in Ihrem Unternehmen in den nächsten drei Monaten“?

Diese Prognosen sind seit über 50 Jahren fast immer im Nachhinein eingetreten. 

Positiv wie seit Jahren nicht mehr

So positiv wie für das vierte Quartal 2018 waren die Aussichten der deutschen Unternehmen selten. 14 Prozent aller Befragten rechnen mit Stellenzuwächsen, drei Prozent erwarten einen Verlust von Arbeitsplätzen und 82 Prozent sagen keine Veränderungen bei ihren Belegschaftszahlen voraus. Daraus resultiert ein Netto-Beschäftigungsausblick* von + 11 Prozent.  Saisonal bereinigt liegt der Beschäftigungsausblick bei + 10 Prozent. Das entspricht dem stärksten Wert der letzten 7 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessert sich der Wert um 4 Prozentpunkte.

Besonders Großunternehmen suchen viele Arbeitskräfte

Bei der Befragung lassen sich die Unternehmen in 4 Kategorien einteilen: Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, kleine Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern, mittelgroße Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern und die großen Unternehmen mit 250 Mitarbeitern oder mehr. Und die schauen im vierten Quartal 2018 besonders positiv in die Zukunft. Mit + 40 Prozent vermelden sie einen besonders dynamischen Netto-Beschäftigungsausblick. Auch die mittelgroßen Arbeitgeber sind optimistisch - + 26 Prozent erwarten deutlich mehr Einstellungen als im Quartal zuvor Das ist ein Zuwachs von 6 Prozentpunkten gegenüber dem dritten Quartal 2018. Bei Kleinstunternehmen und den kleinen Firmen gibt es kaum Veränderungen, hier wird eine relativ stabile Entwicklung der Beschäftigung erwartet.

„Die Stimmung am Arbeitsmarkt ist hervorragend, voreilige Meldungen über eine Abschwächung der Konjunktur haben sich nicht bestätigt.  Daher wird auch zum Ende des Jahres in deutschen Unternehmen wieder verstärkt eingestellt“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Baugewerbe und Finanzdienstleistungen boomen

Der MEOS-Bericht (ManpowerGroup Employment Outlook Survey) untersucht die Beschäftigungsaussichten in 9 unterschiedlichen Branchen – vom Baugewerbe über den öffentlichen Sektor bis hin zu Verkehr und Kommunikation. In 8 der 9 Branchen erwarten alle Unternehmen und Betriebe einen Zuwachs bei den Stellen. Besonders das Baugewerbe und die Finanz-, Immobilien- und Geschäftsdienstleistungsbranche profitieren von der robusten Konjunktur in Deutschland. Hier vermelden die Arbeitgeber einen Netto-Beschäftigungsausblick von + 14 Prozent beziehungsweise + 13 Prozent. Aber auch die öffentliche Hand will kräftig einstellen. Besonders im Bereich Soziales werden viele neue Arbeitsplätze erwartet. „Gestiegene Löhne und eine hohe Arbeitsplatzsicherheit treiben vor allem den privaten Konsum und somit Einzelhandel und Logistik. Doch auch die öffentliche Hand investiert und der Bauboom hält an,“ sagt Herwarth Brune.

Nur die Aussichten der Land- und Forstwirtschaft sind nicht so rosig. Hier liegt der Beschäftigungsausblick bei – 1 Prozent. Das liegt aber auch an der bevorstehenden kühleren Jahreszeit.

Arbeitsmarkt in Berlin und im Ruhrgebiet wächst stark

8 Regionen untersucht das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer viermal im Jahr. Den stärksten Arbeitsmarkt erwarten die Arbeitgeber aller Größen und Branchen in Berlin. In der Hauptstadt berichten die Firmen von einem sehr optimistischen Netto-Beschäftigungsausblick von + 26 Prozent. Das ist ein deutliches Plus von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum dritten Quartal 2018. Auch das Ruhrgebiet vermeldet einen stabilen Zuwachs bei den Zahlen um + 12 Prozent. Hier profitieren die Arbeitssuchenden am stärksten. Seit 7 Jahren sind das die besten Aussichten für neue Stellen im Ruhrgebiet. „Die regionale Wirtschaft ist im Aufschwung. Metall- und Elektroindustrie gelten als Hauptbranchen der Region und entwickeln sich derzeit positiv“, so ManpowerGroup-Vorstand Brune, „Das Ruhrgebiet profitiert aber auch von privatem und öffentlichem Bauboom. Unternehmen in Bochum, Dortmund oder Castrop-Rauxel stoßen an Auslastungsgrenzen und suchen Fachkräfte.“

Nur in der Region Frankfurt am Main gab es auf das ganze Jahr gesehen einen Rückgang um 5 Prozentpunkte. Trotzdem rechnen auch hier Arbeitgeber für das vierte Quartal 2018 mit einem milden Klima am Arbeitsmarkt.

Deutschlandweit wurden für das Arbeitsmarktbarometer der ManpowerGroup 1.000 Arbeitgeber befragt. In der ganzen Welt sind es über 59.000 Befragte in derzeit 44 Ländern. Weltweit existiert keine in Größe, Fokus und Langlebigkeit vergleichbare Analyse.

Alle Zahlen, Grafiken und Informationen  

* In diesem Bericht verwenden wir durchgängig den Begriff „Netto-Beschäftigungsausblick“. Dieser Wert ergibt sich, indem der Prozentsatz der Arbeitgeber, die im kommenden Quartal Personalabbau planen, von dem der Arbeitgeber, die mit Stellenzuwächsen rechnen, abgezogen wird. Das Ergebnis dieser Berechnung ist der Netto-Beschäftigungsausblick. Alle in diesem Bericht kommentierten Daten sind saisonal bereinigt, sofern nicht anders angegeben.