Skills Revolution 2.0 - Teil I

Roboter unerwünscht: Menschliche Lösungen für die Arbeitswelt von morgen.

Die Skills Revolution ist in vollem Gange: Technologie transformiert die Unternehmen; der Bedarf an Qualifikationen und Fähigkeiten ändert sich rasant; und Unternehmen haben große Schwierigkeiten, die Fachkräfte zu finden, die sie brauchen.

Das Tempo von Digitalisierung und Automatisierung variiert stark und betrifft Regionen, Branchen und Unternehmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und auf verschiedene Weise. In der Vergangenheit brauchten Transformationen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte, um sich durchzusetzen. Heute jedoch verläuft die Entwicklung in einem noch nie dagewesenen Tempo – und niemand kann das Ergebnis wirklich vorhersagen. Der Einfallsreichtum und die Vorlieben der Menschen sind der Dreh- und Angelpunkt dafür, wie wir im Alltag und im Geschäftsleben von Technologie profitieren. Alle möglichen Zukunftsszenarien haben jedoch eines gemeinsam: Stets kommt es darauf an, Menschen zügig und in großem Maßstab dabei zu unterstützen, sich weiterzubilden und so auf einem sich rasant wandelnden Arbeitsmarkt nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Qualifikationen und Fähigkeiten sowie Zugang zum Arbeitsmarkt sind die einzige nachhaltige Lösung für die Herausforderungen der Skills Revolution. Wir müssen herausfinden, welche Qualifikationen und Fähigkeiten sich überschneiden oder miteinander verwandt sind: nur so können wir klare berufliche Laufbahnen langfristig sicherstellen – von der Ausbildung bis zur ersten Stelle, dann von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Wir benötigen beschleunigte Fortbildungs- und Umschulungsprogramme mit schnelleren, kürzeren berufsbegleitenden Intensivphasen. Und wir müssen mehr Menschen den Weg aus immer weniger gefragten oder gar obsoleten Berufen und Branchen hin in die Wachstumsmärkte bahnen.

Und wir müssen alle Seiten davon überzeugen, umzudenken: In der digitalen Welt hängt beruflicher Erfolg nicht mehr unbedingt am Universitätsabschluss; es kommt vielmehr auf den Willen und die Fähigkeit zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Qualifikationen an. Wir müssen Neugier und Lernbereitschaft fördern: Die Arbeitnehmer der Zukunft müssen in der Lage und auch motiviert sein, das eigene Wissen und Können stetig auszubauen.

Die richtigen Fähigkeiten vorausgesetzt, können sich Mensch und Maschine gegenseitig ergänzen – und müssen nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Daraus ergibt sich die zentrale Herausforderung unserer Zeit an die Führung und Entwicklung von Mitarbeitern: Wir müssen sie aktiv unterstützen, sich fortzubilden und so zukunftsfähig zu werden. Die wirklich gesuchten Qualifikationen und Fähigkeiten zu identifizieren und einen angemessenen Zugang zum Arbeitsmarkt bereitzustellen: Das ist die Lösung für die Herausforderungen der Skills Revolution.

Um rauszufinden, welche Auswirkungen die Skills Revolution für Unternehmen haben wird, haben wir 20.000 Arbeitgeber in 42 Ländern gefragt

  • wie sich die Automatisierung in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich auf die Größe ihrer Belegschaft auswirkt;
  • welchen Funktionen in ihrem Unternehmen die größten Veränderungen bevorstehen;
  • und welche menschlichen Fähigkeiten und Qualifikationen für sie am wichtigsten bzw. am schwierigsten zu finden sind.

 

Menschliche Stärken in der Skills Revolution:

Soft Skills + technische & digitale Qualifikationen = optimale Kombination

Aktuelle Prognosen zur langfristigen Arbeitsmarktentwicklung zeichnen vor allem Extrem-Szenarien: Technologie vernichtet Arbeitsplätze, Roboter ersetzen Fahrer; es droht eine Welt ohne Arbeit.


Kurzfristig jedoch sehen wir neue Berufsbilder und Arbeitsplätze sowie – damit verbunden – veränderte Anforderungen an das Wissen und Können der Mitarbeiter. Bereits für das zweite Jahr in Folge sagen 86 % der Arbeitgeber weltweit, dass sie im Zuge der Automatisierung in den nächsten zwei bis drei Jahren ihre Belegschaftszahlen halten oder sogar vergrößern werden. Im DACH Raum beträgt die Zahl 87 %. Da sich die beruflichen und geschäftlichen Anforderungen immer rascher wandeln, können die Arbeitgeber jedoch nicht unbedingt vorhersagen, welche Qualifikationen und Fähigkeiten sie in 18 Monaten benötigen werden.

Diese Studie ermöglicht einen aktuellen Einblick in die Auswirkungen der Automatisierung auf die Arbeitswelt im digitalen Zeitalter – nicht in fünf oder zehn Jahren, sondern heute und in naher Zukunft. Sie zeigt auf, welche Funktionen und Bereiche in Unternehmen auf Wachstumskurs sind und welche schrumpfen werden. Und sie beschäftigt sich damit, welche Softskills – oder besser: menschliche Stärken – von den Arbeitgebern besonders wertgeschätzt und gesucht werden bzw. schwer zu finden sind.

86 % der Arbeitgeber weltweit (87 % im DACH Raum) planen im Zuge der Automatisierung ihre Belegschaftszahlen zu halten oder sogar aufzustocken.

Zu den Studienergebnissen


Welche Fähigkeiten besonders gefragt sind, welche Auswirkungen in den einzelnen Branchen erwartet werden, lesen Sie nächste Woche in Teil II unserer Blogserie.