Skills Revolution 2.0 - Teil II

Der technologische Fortschritt erfordert von Mitarbeitern und Führungskräften aller Branchen ein Umdenken – und neue Fähigkeiten. Wir bereitet man sich auf die Skills Revolution vor? Darum geht es in dieser Blogserie.

In Teil II nehmen wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Branchen unter die Lupe.

Menschliche Stärken

Bei diesem Begriff denkt man natürlich zunächst an die klassischen Softskills wie Kommunikation, Zusammenarbeit oder Kreativität; doch ebenso gefragt sind spezifisch menschliche Eigenschaften wie Empathie, Beziehungsfähigkeit, kognitive Fähigkeiten, Neugier und das Bedürfnis zu lernen. Diese Stärken sind es, mit denen sich Mensch und Maschine ergänzen und die das Risiko der Mitarbeiter minimieren, durch die Automatisierung überflüssig zu werden.

Arbeitssuchende können von Automatisierung profitieren, wenn sie über die richtigen Fähigkeiten und Qualifikationen verfügen.

Die meisten Arbeitgeber rechnen im Rahmen der Digitalisierung zumindest kurzfristig mit Personalzuwachs. Nur 10 % (im DACH Raum 11%) von ihnen erwarten, dass sie aufgrund von Automatisierung Personal abbauen werden. Dank der Digitalisierung benötigen die meisten Unternehmen also mehr Mitarbeiter – und nicht weniger.

Digitalisierung: ein globales Phänomen

Kein Land ist von der Digitalisierung ausgeschlossen. Je bedeutsamer moderne, automatisierte Geschäfts- und Produktionsprozesse für Unternehmen werden, desto größer ist der Bedarf an zusätzlichen Fachkräften – insbesondere solchen mit IT-Kenntnissen –, die diese Transformation voranbringen. In 34 der 42 untersuchten Länder rechnen mehr Unternehmen mit Neueinstellungen aufgrund von Digitalisierung als mit Personalabbau.

So wirkt sich Technologie in den nächsten zwei Jahren auf die Mitarbeiterzahlen aus:

Wenn es um die Auswirkungen von Automatisierung auf ihren Personalbestand geht, geben sich die lateinamerikanischen Arbeitgeber weiterhin am optimistischsten. In Europa erwarten jetzt auch die deutschen und belgischen Arbeitgeber einen Netto-Personalzuwachs: Das zeichnet ein deutlich positiveres Bild als im letzten Jahr. In den USA rechnen 25 % aller Unternehmen damit, im Rahmen der Automatisierung mehr Mitarbeiter einzustellen; in der DACH Region sind es 14 % und in China nur 3 %.

Die Karten in Sachen Qualifikation werden neu gemischt: Roboter übernehmen Aufgaben, keine Arbeitsplätze

Die meisten Arbeitgeber rechnen im Rahmen der Digitalisierung zwar insgesamt mit einer Vergrößerung ihrer Belegschaften; auf Ebene der einzelnen Funktionen ergibt sich jedoch ein differenzierteres Bild.

Wenn Unternehmen in digitale Fähigkeiten und Qualifikationen investieren, steht natürlich die IT an erster Stelle, gefolgt vom Vertrieb und anderen Funktionen mit Kundenkontakt. Den größten Stellenabbau durch Automatisierung wird es hingegen bei den Verwaltungs- und Büroarbeitsplätzen geben.

Die Entwicklung hin zu immer stärkerer Kundenorientierung und die damit verbundene steigende Bedeutung von Kundenservice und Lieferung bis zur Haustür, ist ein immer bedeutsamer werdender Trend in der digitalen Welt. Berufliche Rollen und Funktionen, die Routinetätigkeiten ausüben oder den Kunden nur einen geringen Mehrwert bieten, sind am stärksten von Automatisierung bedroht.

Welche Funktionen werden in den nächsten zwei Jahren am wahrscheinlichsten Personalzuwachs bzw. Stellenabbau erleben?

Fertigung und Produktion: Die große Abwanderung

Arbeitgeber rechnen mit signifikanter Abwanderung, während neue Qualifikationen an Bedeutung gewinnen und andere obsolet werden.

Funktionen im Bereich Fertigung und Produktion führen bereits das zweite Jahr in Folge die digitale Revolution an. Hier sagen die Arbeitgeber die größte Personalfluktuation voraus: 24 % von ihnen erwarten Neueinstellungen; 19 % rechnen mit Personalabbau (Im DACH Raum rechnen 14 % mit Neueinstellungen und 11 % mit Personalabbau). Der Siegeszug der Industrie 4.0 ist der entscheidende Motor eines neuen Zeitalters in der industriellen Fertigung. Unternehmen im produzierenden Gewerbe passen ihre Belegschaft auf diese

Entwicklung an und experimentieren damit, die digitalen Fähigkeiten und Qualifikationen zu finden, die sie brauchen. Andere Branchen werden diesem Beispiel bald folgen.

Personalwesen und Finanzen: Mehr mit weniger

Die meisten Unternehmen erwarten, dass die Mitarbeiterzahlen in den Bereichen Personalwesen und Finanzen relativ stabil bleiben: Die prognostizierte Netto-Veränderung des Personalbestands im Finanzbereich liegt bei 0 % bzw. -3 %. Im Personalwesen planen 5 % der Unternehmen mit einem Anstieg und nur 1 % mit einem Abbau. Unternehmen implementieren neue Technologien. Um diese optimal zu nutzen, müssen sie die Zusammensetzung ihrer Belegschaft und die in ihrem Unternehmen vorhandenen Qualifikationen neu abstimmen. Daraus ergibt sich auch für das Personalwesen und den Finanzbereich die Forderung nach effizienter Transformation. Vom allgemein erwarteten Stellenwachstum werden daher andere Bereiche in den Unternehmen profitieren: Insbesondere in der Immobilien- und Versicherungsbranche liegt der Bedarf nach neuem Personal im IT-Bereich voraussichtlich fünfmal höher als in der Buchhaltung.