Skills Revolution 4.0 - Die Roboter brauchen uns!

Computer verändern die Arbeitswelt massiv, Roboter übernehmen menschliche Aufgaben. Was bedeutet das für Arbeitnehmer? 

Die Roboter brauchen uns!

Die Veränderungen treiben so manchem Arbeitnehmer Schweißperlen auf die Stirn. Eine aktuelle Studie der ManpowerGroup zeigt jedoch: Die Angst ist unbegründet, Arbeitnehmer brauchen die Digitalisierung nicht zu fürchten. Wir stellen die wichtigsten Ergebnisse der weltweiten Befragung vor.  

Kein Jobverlust durch Roboter

Roboter werden in vielen Bereichen schon heute verstärkt eingesetzt. Der OP-Roboter da Vinci führt zum Beispiel Präzisionsoperationen in der Urologie durch. Auch bei der kräftezehrenden Spargelernte packten im vergangenen Jahr Roboter mit an. Angesichts dieser Entwicklungen fragen sich viele Arbeitnehmer, ob ihre Jobs in wenigen Jahren von Maschinen erledigt werden. Die neuen Ergebnisse der Studie „Skills Revolution 4.0“ der ManpowerGroup beantworten dies sehr deutlich mit Nein. Weltweit planen 87 Prozent der Arbeitgeber, ihre Belegschaft im Zuge der Digitalisierung stabil zu halten oder sogar noch zu vergrößern. Für die Studie wurden in 44 Ländern rund 19.000 Arbeitgeber befragt.

Auch hierzulande gehen die Arbeitgeber mehrheitlich davon aus, dass sie selbst mit fortschreitender Automatisierung in den kommenden zwei Jahren keine Stellen streichen werden. Im Gegenteil: Elf Prozent gaben an, dass die Belegschaft womöglich sogar wachsen könnte. Diese Einschätzung ist in den USA noch deutlich stärker verbreitet. Dort glaubt jeder Fünfte, dass der Personalbedarf ihres Unternehmens in den kommenden zwei Jahren steigen wird.

Eigene Talente fördern

Die weithin verbreitete Befürchtung, dass durch die Digitalisierung Jobs verloren gehen könnten, teilen lediglich sieben Prozent der befragten Arbeitgeber in Deutschland. Auch Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland, erwartet das nicht: „Roboter ersetzen mitnichten menschliche Arbeitskraft, das ist ein verbreiteter Irrglaube. Der Einsatz von Robotern zieht vielmehr einen Mehrbedarf an gut qualifizierten Arbeitskräften nach sich, wie unsere Studienergebnisse belegen.“

Allerdings haben Arbeitgeber zunehmend Schwierigkeiten, diesen Mehrbedarf zu decken. Besonders bei IT-Fachkräften übersteigt die Nachfrage das Angebot. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen  ergreift deshalb bereits selbst die Initiative: In den kommenden zwei Jahren wollen 88 Prozent der deutschen Arbeitgeber die eigenen Talente mit entsprechenden Trainingsmaßnahmen verstärkt weiterentwickeln. „Die Unternehmen haben erkannt, dass es besser ist, die Talente in den eigenen Reihen zu fördern und damit in ihr größtes Kapital, ihre Mitarbeiter, zu investieren. Hier liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Personalstrategie“, sagt Scholte.


Schwer zu finden: Soft Skills

Neben dem technischen Know-how werden im Zuge der Digitalisierung aber auch Soft Skills immer wichtiger. In Deutschland hat jeder vierte Arbeitgeber Schwierigkeiten, Mitarbeiter mit wichtigen Soft Skills wie Organisationstalent, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit zu finden. Hinzu kommt, dass diese Fähigkeiten in Schulungen und Fortbildungen nicht leicht zu entwickeln sind – anders als technisches Können, meinen 41 Prozent der deutschen Arbeitgeber. Arbeitnehmer können diesen Umstand nutzen und versuchen, ihre Soft Skills eigenständig auszubauen. Das klappt am besten mit Teamsport oder ehrenamtlichen Tätigkeiten wie beispielsweise als Hobby-Trainer. Damit steigern die Kandidaten ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und erarbeiten sich weitere Vorteile gegenüber (maschinellen) Kollegen.