Smart HRM: Wenn das Auto mit dem Mechaniker Termine ausmacht

Sensoren (Objekte, die Veränderungen messen) werden Teil der Arbeitswelt – und das Internet der Dinge wird damit zum Thema für die Personalarbeit. Unter dem Begriff Smart HRM versteht man den Einsatz von Sensordaten für HR-Themen wie Weiterbildung oder Personalplanung. Werden Sensoren in Werkzeuge oder Arbeitsbekleidung integriert, lassen sich direkt bei der Arbeit viele Daten erheben, die für HR-Abteilungen relevant sind.

Smart HRM, Technik

Sensoren in der Arbeitskleidung können beispielsweise erfassen, wo sich jemand aufhält oder wie er sich bewegt. Anhand dieser Informationen können zum Beispiel Arbeits- und Pausenzeiten ermittelt werden. Erkennbar ist auch, wie er beispielsweise Lasten hebt oder eine Maschine bedient. Sensoren in Werkzeugen liefern Informationen darüber, ob das Gerät korrekt bedient wird. Auf diese Weise lassen sich unter anderem Qualifizierungsbedarfe ermitteln oder Lernerfolge nachvollziehen.

Smarte Fahrzeuge melden, wann sie einen Werkstattmitarbeiter brauchen

Zugleich bietet der Einsatz von Sensoren in Arbeitsgeräten oder Bekleidung die Chance, Personalthemen wie Weiterbildung neu zu denken. Als sogenannte „Learnstruments“ können vernetzte Geräte systematisch in der Personalentwicklung eingebracht werden. Ein Beispiel ist das Konzept eines smarten Automobils, das Fahranfängern autonom das Autofahren beibringt. In Zukunft werden auch weitere smarte Arbeitsgeräte ihren Benutzern von sich aus zeigen, wie man sie einsetzt.

Auch eine neue Form der Personalplanung wird durch das Internet der Dinge möglich. Durch das Sammeln und Auswerten von Daten lassen sich anstehende Wartungsvorgänge, geplante Käufe oder die voraussichtliche Besucherzahl einer Veranstaltung schon im Voraus absehen. Smarte Automobile beispielsweise könnten autonom den eigenen Reparaturbedarf erkennen. Diese Information senden sie in Echtzeit an ihre Werkstatt.  Die Anmeldungen zur Reparatur kann die Werkstatt für die Terminplanung, aber auch für die Personaleinsatzplanung nutzen.  

Personaler sollten sich einmischen

Das Forschungsprojekt „HRM 4.0“ des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes ist eines der ersten, das sich dem Thema widmen. In einer umfassenden Delphi-Studie befragte die Universität 40 Experten zu „Smart HRM“.  Die meisten der Befragten gehen davon aus, dass „Smart HRM“ eine neue Phase in der technologischen Unterstützung der Personalarbeit einläutet. 

Dabei ist aber nach Einschätzung der Experten noch offen, welche Anwendungsfälle es für Smart HRM geben wird und  wie die Unternehmen die Potenziale des Internets der Dinge umsetzen. Professor Stefan Strohmeier von der Universität des Saarlandes rät deshalb HR-Experten und Personalmanagern, sich in die Entwicklung von Anwendungsgebieten von Anfang an systematisch einzubringen und mitzureden. Zwar geht es bei der Frage, wie Sensoren und Daten in der HR-Arbeit genutzt werden können, in vielen Fällen um sehr technische Fragen. Dafür bietet sich aber immerhin die Chance, von Anfang an ein Stück weit die Zukunft der Arbeit mit zu entwickeln.

Bei all der Begeisterung zu Smart HRM sollte man jedoch auch bedenken, dass neben technischen Weichen, auch ethische Richtlinien ganz klar definiert werden müssen. Sensoren in der Arbeitskleidung sollten nicht dem Zweck dienen, Arbeiter auf Schritt und tritt zu beobachten, sondern ihnen dabei helfen, ihre Arbeit spannender, einfacher und besser zu machen.