Ungewisse Arbeitswelt: 4 Empfehlungen für Unternehmen

Vor uns liegt eine Zeit der Ungewissheit. Verschiedene Kräfte werden unsere Arbeitswelt tiefgreifend verändern. Was können Unternehmen aber tun, um diesen Ungewissheiten vorbereitet entgegenzutreten? Wir geben vier Empfehlungen.

 

Aus dem Whitepaper "Planning for uncertainty". 

1. Learnability ist die neue Währung der Arbeitswelt

Def. Learnability: Der Wunsch und die Fähigkeit, sich weiter zu entwickeln und sich an neue Gegebenheiten und Herausforderungen im Arbeitsumfeld anzupassen.

Hier können Sie Ihren Learnability Quotienten (LQ) messen.


Eines Wandels können wir uns stets ganz sicher sein: des Wandels durch den technischen Fortschritt. Wir können ihn weder aufhalten noch verlangsamen. Doch wir können in die Fähigkeiten und Qualifikationen unserer Mitarbeiter investieren. Es ist jetzt an der Zeit, die Learnability der Mitarbeiter aktiv zu fördern und zum wesentlichen Faktor der Personalplanung zu machen: den Wunsch und die Fähigkeit, seine Kenntnisse im Laufe des Berufslebens weiter zu entwickeln und anzupassen um so den eigenen Wert als Mitarbeiter zu erhalten und zu steigern. Wir müssen die Entwicklungsmaßnahmen beschleunigen, damit die Mitarbeiter zukünftig benötigte Kenntnisse besitzen. Wir müssen zudem auch jene integrieren, die momentan noch nicht vollständig am Arbeitsleben teilnehmen. Personalplanung bedeutet auch, auf neue Berufsbilder und die damit verbundenen neuen Qualifikationen und Fähigkeiten vorbereitet zu sein.

2. Wendig und schnell agieren

Um in einer ungewissen Welt zu bestehen, benötigen Unternehmen Agilität: Sie müssen sich schnell an eine neue Situation anpassen können. Anhand von kalkulierbaren Variablen muss eine Personalstrategie entwickelt werden, die die Veränderungen von Nachfrage, Produktivität sowie der Verfügbarkeit von Fachkräften innerhalb der zunehmend instabilen geopolitischen Lage einbezieht. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen sich fragen: Wie stellen wir sicher, dass wir mit der Belegschaft flexibel aufgestellt sind?

3. Den Kurs halten

Menschen – und damit auch Unternehmen – reagieren auf Situationen der Ungewissheit oft reflexartig mit einer Vogel-Strauß-Taktik des Abwartens oder – schlimmer noch – mit nackter Panik. In einer wechselhaften Zeit wie der unseren ist ein immer größerer Spagat gefragt, um einerseits die Ziele von heute zu erreichen und andererseits ausreichend für das Morgen gerüstet zu sein. Daher ist es jetzt vielleicht so wichtig wie nie, dem Erbe, den Werten und der Kultur eines Unternehmens die Treue zu halten. Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Inklusivität auch für die Zukunft aufrechtzuerhalten verlangt reaktionsstarke und verantwortungsvolle Führung. Die Personalstrategie sollte die Geschäftsstrategie, aber auch die kulturelle DNA eines Unternehmens reflektieren. Die Mitarbeiter wollen wissen, wofür ein Unternehmen steht – auch und gerade in Zeiten der Ungewissheit: Einheit entsteht aus gemeinsamen Zielen und Werten.

4. Das Potenzial der Daten nutzen

Der Digitalisierung und Analyse von Personaldaten kommt eine entscheidende Bedeutung zu: Sie ermöglichen bessere und schnellere Entscheidungen sowie eine größere Markttransparenz. Führungskräfte müssen grundsätzlich überdenken, wie sie die Arbeit in ihrem Unternehmen strukturieren; sie müssen sich genau im Klaren darüber sein, welche Rollen wo und von welchen Personen bzw. von welcher Technologie übernommen werden können. HR benötigt eine koordinierte, präzise Fachkräftestrategie, die sich in Echtzeit an die Anforderungen des Geschäfts anpasst. In einer von Deloitte durchgeführten Studie geben 44 % aller Führungskräfte an, dass sie bereits Personaldaten nutzen, um die Geschäftsperformance vorherzusagen; 2015 waren es nur 29 %. Unternehmen setzen heute bereits Sensoren ein, um via Big Data Metriken zur Mitarbeiterzufriedenheit zu erfassen oder um zu verstehen, welchen Einfluss Gruppendynamiken auf die Geschäftsperformance haben. In Zukunft werden sich die Erwartungen und Ansprüche der Unternehmen noch weiter wandeln; Personalentscheidungen werden immer stärker datenbasiert getroffen werden.

Schlussfolgerung

Arbeitgeber stehen von jeher vor der Herausforderung, auch in Zeiten der Ungewissheit die Rekrutierung und die langfristige Bindung von Mitarbeitern vernünftig zu planen. Unternehmen möchten die Verfügbarkeit von Fachkräften verstehen, um sich besser auf Änderungen in den Produktionszyklen und in der Nachfrage sowie auf saisonale Schwankungen vorbereiten zu können. Das Schaffen von Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Umgang auch mit großen Veränderungen sowie unerwarteten Situationen hat keine Tradition: Entsprechend hoch sind die Investitionen in die notwendigen Strukturen und Ressourcen – doch die Ergebnisse werden den Aufwand letztendlich rechtfertigen.