Versteckte Hindernisse bremsen Frauen im Job aus

Der Geschäftsführer eines international renommierten Technologieunternehmens sorgte vor ein paar Monaten mit einer Aussage für Aufsehen. Microsoft-Chef Nadella hat Frauen davon abgeraten nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Sie sollten stattdessen „Vertrauen in das System“ haben. Doch mit Vertrauen in das System allein kommen Frauen in der heutigen Arbeitswelt nicht weit.

Versteckte Hindernisse bremsen Frauen im Job aus  

Wir leben in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt. Die Verfügbarkeit der richtigen Talente zur richtigen Zeit ist häufig das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern. Das größte Erfolgshindernis ist die Unfähigkeit zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Arbeitskräfte. Es ist für Unternehmen wichtig und notwendig, das Potenzial aller Arbeitnehmer zu erkennen und auch zu nutzen. Vor allem Frauen bilden nach wie vor das größte Reservoir an ungenutzten Arbeitskräften. Starre Arbeitsmodelle und unflexible Arbeitszeiten halten Frauen oft davor zurück, den nächsten Karriereschritt zu gehen. 

 

Daten aus dem World Economic Forum deuten auf einen Zusammenhang zwischen einer geringen Kluft zwischen den Geschlechtern und einer hohen Wettbewerbsfähigkeit hin. Länder, die erfolgreich die Kluft zwischen Männern und Frauen schließen können, sind auch wettbewerbsfähiger. Unternehmen mit einer hohen Frauenquote, vor allem in Führungspositionen, schneiden oft besser ab als ihre Wettbewerber.

 

Wenn Unternehmen den Frauenanteil steigern wollen, brauchen sie eine Analyse ihrer Unternehmenskultur. Nur dann werden sie in der Lage sein, die richtigen Lösungen zu identifizieren. Es gibt kein universelles Rezept, das auf alle Unternehmen passt. Der Lösungsansatz muss so einzigartig sein wie die Unternehmenskultur und die Menschen, die davon profitieren. 

 

Wenn beispielsweise 65% der Frauen sagen, dass flexible Arbeitszeiten für sie wichtig sind und nur 28% der Arbeitgeber diese Option bieten, müssen sie daran arbeiten, diese Lücke zu schließen. Mit der fortschreitenden Technologie und zunehmenden Vernetzung ist es heute einfacher als je zuvor, Mitarbeiter flexibler einzusetzen. Die Digitalisierung der Arbeitsplätze schreitet weiter voran. Es sollte ein größerer Fokus auf die Leistung sowie das Talent des Einzelnen gelegt werden und weniger auf die Arbeitszeit und -ort. Denn wenn Frauen von starren Arbeitsmodellen frustriert sind, werden sie das Unternehmen verlassen und ihr Know-how bei einem Arbeitgeber einsetzen, der das passende Arbeitsmodell bietet.