Vitamin M – Mitarbeiter als Unternehmensbotschafter: Worauf Sie achten sollten

Immer mehr Unternehmer erkennen: Zufriedene Mitarbeiter sind die beste Werbung. Sie setzen auf personalisierte Kampagnen, in denen Mitarbeiter auf Plakaten oder in Videos für ihren Arbeitgeber werben. Denn Arbeitgebermarketing mit dem Vitamin M - dem Mitarbeiter als Markenbotschafter – ist besonders effektiv.

 

Employer Branding, Mitarbeiter

Aber können Unternehmer eigentlich von ihren Mitarbeitern verlangen, dass man an solchen Kampagnen mitmacht? Und auf was müssen Sie achten, wenn Sie Markenbotschafter für Ihr Unternehmen werden möchten?

Wichtig vorab: Auch wenn viele Lust haben, an solchen Kampagnen teilzunehmen, muss niemand mitmachen. Gegen Ihren Willen können Sie nicht gezwungen werden, als Markenbotschafter in einem Video, auf einem Plakat oder in einem Werbetext mit Ihrem Namen und Ihrem Gesicht aufzutauchen. Unternehmen haben eine Führsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern. Dazu zählt auch, dass sie die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter wahren müssen.

Außerdem muss Sie Ihr Arbeitgeber über etwaige Risiken aufklären – etwa das eines möglichen Shitstorms, wenn Sie zum Beispiel an einer Social-Media-Kampagne teilnehmen und viele negative und unangebrachte Kommentare als Reaktion auftauchen.

Wichtig ist bei solchen Anfragen immer erst einmal genau zu prüfen, was Ihr Arbeitgeber überhaupt mit Ihnen vorhat. Was genau soll gemacht werden? Braucht ein Manager lediglich einige Fotos, um seinen Vortag zu bebildern? Oder wird ein neuer Unternehmens-Blog ins Leben gerufen, in dem Mitarbeiter wie im Daimler-Blog oder Manpower Joblog  Texte über ihren Arbeitsalltag und alltägliche Ereignissen schreiben? Sollen Sie als Botschafter helfen, Leute zur Bewerbung zu motivieren, wie es Asklepios mit seinem Krankenpfleger-Blog versucht? Soll ein Video über die Arbeitsabläufe gedreht werden, bei dem Sie eine Nebenrolle spielen? Oder sollen Sie die Hauptrolle spielen und Ihren Eindruck von Ihrem Arbeitsalltag vermitteln  – so wie es bei Immobilienscout24 gemacht wird

Das Konzept finden Sie gut und Sie wollen mitmachen? Wunderbar. Fragen Sie ruhig, ob und wie die Tätigkeit auf Ihre Arbeitszeit angerechnet wird. Und klopfen Sie ruhig ab, welche Gestaltungsmöglichkeiten Sie als Mitarbeiter haben. Vielleicht können Sie aktiv auf Inhalte einwirken. Manche Kampagnen werden am Reißbrett geplant und haben mit der Realität nichts zu tun. Kommunikationsprofis wissen, dass solche Kampagnen eher peinlich wirken und raten dazu, die Mitarbeiter mit einzubeziehen. Ihre guten Ideen sind da oft herzlich Willkommen. Und etwas Eigenes einzubringen macht oft mehr Spaß als Sätze wieder zu kauen, die sich jemand anders ausgedacht hat.

Außer dem Spaß und der kreativen Abwechslung, den man als Markenbotschafter haben kannn, warten eventuell noch weitere Vorteile. Sie haben die Chance, anderen echte Einblicke in die Unternehmenskultur zu bieten und zu zeigen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Ihre Arbeit erhält die Aufmerksamkeit, die ansonsten oft fehlt. Und Sie erhalten die Wertschätzung, die im Alltag oft vergessen wird. 

Außerdem wirkt Vitamin M: Sie können dadurch nette neue Kollegen gewinnen. Und schlussendlich fördert die Teilnahme sogar die eigene Karriere. Menschen im eigenen Unternehmen werden auf Sie aufmerksam, und vielleicht auch andere potentielle Arbeitgeber.  

Und wenn all das nichts für Sie ist und Sie wirklich nicht im Mittelpunkt stehen möchten? Dann sagen Sie einfach freundlich Nein. Hilfreich ist es dann, offen Ihre Beweggründe für die Absage zu schildern. Nicht jeder möchte im Rampenlicht stehen. Und dass das so ist, verstehen auch Kollegen und Vorgesetzte. Vielleicht haben Sie sogar eine Alternative, die Sie vorschlagen können. So zeigen Sie Ihrem Vorgesetzten, dass sich Ihr Entschluss nicht gegen ihn, das Unternehmen oder die Kampagne an sich richtet, sondern einfach eine persönliche Entscheidung ist.