Wie einstellungsbereit sind Arbeitgeber in Deutschland?

Jedes Quartal fragt die ManpowerGroup über 1.000 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen und Regionen in Deutschland: Welche Veränderungen der Beschäftigungslage erwarten Sie in Ihrem Unternehmen in den nächsten drei Monaten?

 

MPG MEOS Q3 2017 Arbeitsmarktbarometer

Seit über 50 Jahren lassen sich die Prognosen im Nachhinein bestätigen. Ein guter Grund, einen Blick auf die aktuellen Aussichten zu werfen:

11 Prozent der Unternehmen planen in den Monaten Juli bis September 2017 die Einstellung neuer Mitarbeiter, und damit zwei Prozentpunkte mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.


„Der Ausgang der Frankreich-Wahl ist für viel Arbeitgeber ein positives Signal, das auf die zukünftige wirtschaftliche Stabilität in Europa hindeutet. Dementsprechend hat sich die positive Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt gefestigt“,

sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

„Abgesehen von der Landwirtschaft und der Transportbranche wird über alle Branchen hinweg mehr Personal eingestellt als abgebaut.“

 

Die Studienergebnisse kompakt als Video und Infografik finden Sie hier.


Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick ist in sieben von neun untersuchten Branchen in Deutschland für das dritte Quartal positiv. Das heißt, dass mehr Arbeitgeber planen, zusätzliches Personal einzustellen als abzubauen. Lediglich die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei planen einen Rückgang von -3%. Die Transportbranche verliert im Vergleich zum Vorquartal einen Prozentpunkt und stagniert bei +/-0.

Die beste Stimmung herrscht, wie auch in den Quartalen zuvor, in der Finanzbranche, den Immobilien, Versicherungen und Unternehmensdienstleistungen. Hier kommt der saisonbereinigte Beschäftigungsausblick für das dritte Quartal 2017 auf +11%.

Den größten positiven Sprung verzeichnet der Bergbau: Die Neuaufstellung von wesentlichen Unternehmen in dieser Branche schreitet voran. Einen Dämpfer erfährt dagegen das Baugewerbe. Erstmals seit fünf Jahren sinkt dem Statistischen Bundesamt zufolge die Zahl der Baugenehmigungen.

München und Frankfurt mit den besten Beschäftigungsaussichten

Regional betrachtet ist der Beschäftigungsausblick in München mit +13% am stärksten. Das entspricht einem Anstieg um neun Prozentpunkte im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Auch der Süden insgesamt bestätigt seinen Aufwärtstrend.


„Die Automobilindustrie ist ein unverändert starker Industriezweig Süddeutschlands. Zudem ist die bayerische Landeshauptstadt wegen der räumlichen Konzentration von Herstellern, Zulieferern, Hochschulen und Forschung ein Champion der deutschen Wirtschaft”,

sagt Brune. München ist nach Frankfurt am Main der zweitwichtigste deutsche Bankenplatz – und profitiert damit ebenfalls von der Wachstumsdynamik der Finanzbranche. In der Bankenstadt Frankfurt zeigt der Beschäftigungsausblick ebenfalls weiter nach oben. Mit einem Anstieg von zwei Prozentpunkten landet die Main-Metropole für die Monate Juli bis September bei +9%. Hier spiegelt sich die Erwartung wider, dass Frankfurt vom Brexit Großbritanniens als Finanzplatz profitieren wird.

Arbeitgeber in Berlin halten sich mit künftigen Einstellungen stark zurück

Extrem eingetrübt haben sich dagegen die Beschäftigungsaussichten in Berlin. War die Hauptstadt in den Monaten April bis Juni noch absoluter Spitzenreiter des Rankings, verliert Berlin 17 Prozentpunkte und schafft es nur noch auf +2%. Die Euphorie in der Baubranche kühlt sich ab, und der Hype um Start-up-Gründungen im Zuge der Digitalisierung erhält nicht nur wegen des Rückzugs von Twitter aus der Landeshauptstadt einen Dämpfer. Unter anderem hat auch das in Berlin ansässige Unternehmen Rocket Internet (RI) mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen.