Wo bleiben die Ingenieure?

Der Fachkräftemangel ist längst ein Dauerthema, wie unsere seit 2006 laufende Studie zeigt – speziell in Deutschland und in bestimmten Branchen. Während Handwerker wie Elektriker, Maurer oder Tischler schon fast traditionell an der Spitze der meist gesuchten Fachkräfte stehen, trifft das Problem noch auf eine andere Berufsgruppe besonders zu: die Ingenieure.

 

Zum vierten Mal in Folge – seit 2011 – liegen sie im deutschen Ranking auf dem zweiten Platz. Ingenieure werden heute demnach noch dringender gesucht als etwa IT-Experten, Ärzte oder Verwaltungskräfte.


Der VDI-Ingenieurmonitor vermeldete für das erste Quartal 2014 durchschnittlich 59.000 offene Stellen in Ingenieurberufen. Die meisten davon, fast 17.000, entfallen auf den Bereich Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architekten. Knapp auf Rang zwei liegt mit etwa 16.000 Stellen der Bereich Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Dahinter folgen Energie- und Elektrotechnik (rund 12.000) sowie Technische Forschung und Produktionssteuerung (10.000). Gleichzeitig legt die Studie aber auch offen, dass es im ersten Quartal 2014 gut 29.000 arbeitslose Ingenieure gab.


Das zeigt einerseits: Es gibt das Phänomen des Mismatches, dass also Bewerber und Arbeitgeber nicht zusammenfinden, weil sie zu unterschiedliche Erwartungen haben – weil etwa Unternehmen nur nach Kandidaten aus bestimmten Fachrichtungen suchen und keine Quereinsteiger wollen, oder weil Bewerber regional gebunden sind. Andererseits zeigen die Zahlen, dass der Fachkräftemangel keine Erfindung ist: Auch wenn alle arbeitslosen Ingenieure eine Stelle gefunden hätten, wären immer noch ca. 30.000 Stellen unbesetzt. Nach wie vor mangelt es vor allem an Nachwuchs, weil zu wenig Jugendliche sich für die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) begeistern können und weil zudem die Abbrecherquote bei den Studierenden sehr hoch ist.


Von beiden Seiten – Arbeitgebern wie Bewerbern – ist viel Flexibilität und Offenheit gefragt, um zueinanderzufinden. Ein Modell, wie jobsuchende Ingenieure den Einstieg finden können, ist die Arbeitnehmerüberlassung, also eine unbefristete Festanstellung bei einem Personaldienstleister wie der ManpowerGroup, die den Ingenieur dann für zeitlich begrenzte Einsätze an verschiedene Unternehmen entsendet. Der Mitarbeiter sammelt auf diesem Weg wichtige praktische Erfahrungen und hat u.a. die Chance, von einem der Arbeitgeber fest übernommen zu werden.


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