Wohin für die Karriere?

Für die Karriere nach München? Oder doch an die Nordsee?

 

München top, Westen flop. So stehen die Jobchancen zum Jahresende. Die gute Nachricht für Bewerber ist: Von politischen Krisen wie in der Ukraine lassen sich Deutschlands Arbeitgeber insgesamt betrachtet bislang nicht sonderlich beirren. 9 Prozent der Unternehmen in Deutschland planen nämlich, im Zeitraum Oktober bis Dezember 2014 neue Mitarbeiter einzustellen. Nur 4 Prozent rechnen mit Entlassungen. So die aktuellen Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers, das alle drei Monate erscheint. (Im Juni 2014 hatte ich erstmals in einem Beitrag bei Karrierebibel darüber berichtet.)

 

Gastbeitrag für Karrierebibel 
Ein Artikel von
Stephan Rathgeber

 

Herbstlich-trübe Aussichten in Berlin und Frankfurt

 

Anders beispielsweise Berlin, wo der Wert diesmal von +10 auf +3 Prozent fällt und zu Jahresbeginn sogar bei -7 Prozent lag. Auch in Frankfurt sinkt die Einstellungsbereitschaft, das Manpower Arbeitsmarktbarometer fällt dort von +11 auf +2 Prozent. Immerhin auch noch ein positiver Wert, aber der tiefste in diesem Jahr. Offenbar haben die Unternehmen in Berlin und Frankfurt ihre Einstellungspläne vom Sommer in die Tat umgesetzt und sind nun mit ihrer Prognose für das Jahresende eher verhalten.

 

Optimistisch fällt die Prognose dagegen für die Region Norddeutschland aus, mit einem Wert von +10 Prozent. Auch wenn das Manpower Arbeitsmarktbarometer diesen Wert in Norddeutschland selten übersteigt, gab es dort immerhin schon seit 2009 keine negative Prognose mehr. Ganz anders sieht es aktuell im Westen aus: Sowohl in der Gesamtregion Westdeutschland als auch im gesondert betrachteten Ruhrgebiet ist die Prognose diesmal negativ (Ruhrgebiet: -3 Prozent, Westdeutschland: -2 Prozent). Heißt im Klartext: Hier wollen mehr Arbeitgeber Mitarbeiter entlassen als neu einstellen. Für die Region Westdeutschland ist dies die schlechteste Prognose seit 2009. 

 

Weihnachten steht für manche Unternehmen schon vor der Tür     

 

Im Branchenvergleich macht sich in diesem Jahr das bevorstehende Weihnachtsgeschäft bemerkbar, denn das produzierende Gewerbe macht einen Sprung um 5 Prozent nach oben. Das reicht noch nicht, um die Einstellungsbereitschaft im Finanzsektor zu übertreffen, der aber seinen Vorsprung langsam einbüßt. Auch bei den Energieversorgern zeigt der Trend diesmal wieder deutlich nach oben. Und auch wenn das Manpower Arbeitsmarktbarometer für die Mehrzahl nach Branchen leicht fällt, gibt es nirgendwo einen Einbruch zu verzeichnen. So sind auch die Aussichten in der Baubranche mit einem Wert von +7 Prozent nach wie vor gut. 

 

 

 

Branche

Aktueller Saldo

Veränderung zum Vorquartal

1.

Finanz- und Unternehmensdienst-leistungen

+10

-1

2.

Produzierendes Gewerbe

+8

+5

3.

Baubranche

+7

-2

4.

Strom-, Gas- und Wasserversorgung

+6

+8

5.

Telekommunikation

+3

-3

6.

Land- und Forstwirtschaft

+2

+10

7.

Handel und Gastronomie

+1

-1

 

Öffentlicher und sozialer Sektor

+1

-5

9.

Transport und Verkehr

0

-1

10.

Berg- und Tagebau

-1

-3

 

 

Wer mehr über das Manpower Arbeitsmarktbarometer wissen will, etwa über die Prognosen in anderen Ländern, finden alle Materialien zur weltweiten Studie hier. Im Dezember wird das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das erste Quartal 2015 veröffentlicht.