Zeichen der Erholung am deutschen Arbeitsmarkt: Unternehmen wollen wieder einstellen

  • Deutschland: Neun Prozent der Arbeitgeber planen Neueinstellungen ab Juli
  • Ausblick Türkei: Netto-Beschäftigungsausblick auf tiefstem Wert seit Beginn der Erhebung in 2011

Eschborn, 14. Juni 2016 – Nach einem schwachen zweiten Jahresviertel erholt sich der Arbeitsmarkt im dritten Quartal wieder: Neun Prozent der Unternehmen in Deutschland wollen ihre Personaldecke ab Juli verstärken. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im zweiten Quartal. Der Netto-Beschäftigungsausblick für Deutschland erreicht damit +5 Prozentpunkte. Treiber sind vor allem große Unternehmen sowie der Dienstleistungssektor. Dies sind Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometer für das dritte Quartal 2016, für das 1.001 Unternehmen in Deutschland bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

 

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Die Studienergebnisse kompakt als Video und Infografik finden Sie unter
https://www.manpowergroup.de/neuigkeiten/studien-und-research/arbeitsmarktbarometer/
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Mit Ausnahme des Bergbaus und des öffentlichen Sektors ist der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick in allen anderen untersuchten Branchen für das dritte Quartal positiv. Das heißt, dass unabhängig von den für die Jahreszeit typischen Schwankungen am Arbeitsmarkt mehr Unternehmen planen, zusätzliches Personal einzustellen als abzubauen. „Der Bedarf an Fachkräften steigt und die Unternehmen sind bereit und in der Lage diese qualifizierten Arbeitnehmer einzustellen. So sichern sie sich wieder mehr Talente für die Zukunft, wenn sich die Geschäftssituation weiter verbessert“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Am vermeintlich verhassten Montagmorgen selbst kommen Stimmungsaufheller zum Einsatz. 31 Prozent pushen sich mit der Lieblingsmusik, 24 Prozent vertreiben die trübe Reststimmung am Arbeitsplatz beim Schwatz mit Kollegen. Immerhin 15 Prozent kennen so was wie einen Montagsblues nicht - und starten gutgelaunt und motiviert in den Tag. „Jeder Mensch braucht ab und an kleine Motivationsschübe, um nach einem entspannten Wochenende wieder in den Arbeitsrhythmus reinzukommen - jedoch fällt das den Menschen einfacher, die die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit sehen und sich mit dem Unternehmen und der Tätigkeit identifizieren können.“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Je größer die Unternehmen, desto stärker das Wachstum

Nach Unternehmensgröße betrachtet zeigt das Manpower Arbeitsmarktbarometer einen eindeutigen Trend: Je größer die Unternehmen, umso mehr Einstellungen sind geplant. So wollen unter den größten Unternehmen ab 250 Mitarbeiter 19 Prozent mehr Personal einstellen – mehr als zweimal so viele wie im Durchschnitt (9 Prozent). „Großunternehmen und Dienstleister agieren bei der Personalplanung besonders weitsichtig. Engpässe bedeuten für sie schwerwiegende Wettbewerbsnachteile im dynamischen Markt“, so Brune.

Im Branchenfokus sind es erneut die Finanz- und unternehmensnahen Dienstleistungen, die mit einem saisonbereinigten Netto-Beschäftigungsausblick von 10 Prozentpunkten am optimistischsten auf ihre Einstellungen blicken. Jedes sechste Unternehmen plant hier Neueinstellungen während des Sommers. Zweitstärkster Sektor sind Gas-, Wasser- und Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen mit einem saisonbereinigten Netto-Beschäftigungsausblick von +9 Prozentpunkten.

München schlägt Berlin

Regional betrachtet wollen die Münchner Arbeitgeber die meisten Arbeitnehmer einstellen, während diese Bereitschaft in Berlin deutlich herabsinkt. 15 Prozent der Unternehmen in der bayerischen Landeshauptstadt wollen mehr Mitarbeiter einstellen. Einen Personalabbau planen dagegen so wenige Unternehmen, dass ein Netto-Beschäftigungsausblick von +14 Prozentpunkten bestehen bleibt. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im zweiten Quartal – und schon dort war München im Regionalvergleich führend. Düster sieht es hingegen für das Herz der Republik aus, wo die Einstellungspläne bereits im zweiten Quartal stagnierten: In Berlin wollen sich deutlich mehr Unternehmen von Mitarbeitern trennen als zusätzliche einstellen. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick stürzt hier auf -7 Prozentpunkte. Ein Jahr zuvor lag er für die Bundeshauptstadt noch bei +10.

Blick über Grenzen hinweg: EMEA-Arbeitsmärkte im Plus – Türkei im Abwärtstrend

Vergleichbare Erhebungen führt die ManpowerGroup neben Deutschland unter anderem auch für 24 weitere Länder aus der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika, kurz EMEA, durch. In keinem dieser Länder liegt der Netto-Beschäftigungsausblick im dritten Quartal 2016 im negativen Bereich. Den stärksten Wert erreichen die rumänischen Arbeitgeber mit plus 16 Prozentpunkten, während die schwächsten Werte mit null Prozent von den Arbeitgebern aus Italien und der Schweiz kommen.

Die größte Veränderung gegenüber dem vorhergehenden Quartal weist die Türkei auf. Die aktuelle politische Entwicklung erweist sich auch für die Wirtschaft des Landes als problematisch: Der Netto-Beschäftigungsausblick sinkt am Bosporus zum zweiten Mal in Folge um fünf Prozentpunkte auf nur noch plus sechs Prozent - und wird damit zum ersten Mal im laufenden Jahrzehnt einstellig.

Detaillierte Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers für alle teilnehmenden Länder inklusive einer Infografik sind abrufbar unter diesem Link.

Download der Presseinformation:

PM Arbeitmarktbarometer Q3 2016 (191 KB)