Anerkennung ausländischer Abschlüsse weit unter Ziel

Bundesinnen­ministerin und der Bundes­arbeits­minister wollen die Fachkräfte­lücke schließen – doch nur wenige ausländische Abschlüsse wurden bislang anerkannt

MPG in den Medien: WELT - Fachkräftemangel Migrationsziele - 20.09.2022

Alarmierender Trend gefährdet die Migrationsziele

Arbeitskräfte aus dem Ausland sowie Geflüchtete aus der Ukraine sind wirtschaftlich gefragt. Die Wirtschaft ist auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, doch die Zahl der Arbeits­kräfte mit anerkannten ausländischen Berufs­abschlüsse ist alarmierend niedrig.

Von ca. 350.000 unbesetzten Stellen, die eine Qualifikation erfordern, wurde im Jahr 2011 nur jede siebte Stelle mit einer ausländischen Fachkraft besetzt. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Zahl der Fachkräfte aus dem Ausland, die Stellen besetzen sollen, nun bei 400.000 – pro Jahr.

Deutlicher Anstieg kurz nach Kriegsbeginn

Analysen nach resultiert der russische Angriff auf die Ukraine auch darin, dass sich Stellen­anzeigen auf dem Arbeits­markt vermehrt an ukrainische- und russisch­sprachige Bewerber richten. „Die Heraus­forderungen sind groß, aber wir sind bei der Integration der geflüchteten Menschen auf einem guten Weg“, so der Arbeits­minister Hubertus Heil.

Die Anerkennung der Abschlüsse ist schleppend

So gibt es zwei Zielgruppen: Die Mutter­sprachler und die Deutschen, die in der Flüchtlings­hilfe gefragt sind (Ämter, Kinder­betreuung oder Sozial­arbeit).

Hoch ist die Nachfrage für im Gesundheits- und Sozial­wesen sowie Gastgewerbe. Hier arbeiten viele Frauen unter ihrer Qualifikation, da die Anerkennung der Abschlüsse nur langsam oder gar nicht erfolgt. Daher sind viele der Geflüchteten aus der Ukraine auf Sozial­hilfe und das private Engagement der Bevölkerung angewiesen. Doch die Hilfs­bereitschaft hat etwas abgenommen.

Prognosen zufolge soll das Stellen­angebot im Hinblick auf den Arbeits­kräfte­mangel weiter­wachsen. Hier strebt der Arbeits­minister eine Reform des Einwanderungs­gesetzes an, um diese Hürden zu verringern.

Studie gibt Ausblick auf den Arbeits­markt

Zusätzlich hinterlässt die aktuelle Wirtschafts­krise Spuren auf dem Arbeits­markt. Unternehmen müssen aufgrund hoher Waren­preise auf ihre Kosten achten. Laut der aktuellen Studie des Personal­dienst­leisters ManpowerGroup, dem Arbeits­markt­barometer / MEOS Q4-22, sind Arbeitgeber vorsichtiger als noch vor einem Monat oder vor einem Jahr.

Der Netto-Beschäftigungs­ausblick (NBA) zeigt weiterhin, trotz leichtem Rückgang, einen hohen Wert. Die stärkste Personal­nachfrage haben mit + 50 Prozent Non-Profit-Organisationen. +43 Prozent ist es in der Banken-, Finanzen-, Versicherungs- und Immobilien-Branche. Zögerlich sind dagegen die Sektoren Primär­produktion (+ 11 Prozent) sowie Bildung, Gesundheit, Soziales und Verwaltung (+ 18 Prozent).

Lesen Sie den vollständigen Artikel, um heraus­zufinden, wie die Expert*innen die aktuelle Lage der Zeitarbeit einschätzen.


MPG in den Medien: WELT - Fachkräftemangel Migrationsziele - 20.09.2022 Der Beitrag ist erschienen auf der Online-Plattform der WELT am 20.09.2022.

> Original Artikel öffnen

> ZUR ÜBERSICHT IN DEN MEDIEN