ManpowerGroup Arbeits­markt­barometer / MEOS für Q2-2026

Pressemitteilung vom 10.03.2026

Pressemitteilung des Personaldienstleisters ManpowerGroup

Stagnation auf dem deutschen Arbeits­markt: Einstellungs­absichten flachen ab 


  • 37 Prozent der Unternehmen, die mit einem Personal­abbau rechnen, können aufgrund Fachkräfte­mangels Stellen nicht neu besetzen 

  • Einsatz von künstlicher Intelligenz im Recruiting sorgt noch nicht für die erhofften positiven Effekte

  • Informations- & Kommunikations­branche und Gastge­werbe mit höheren Einstellungs­absichten im Vergleich zum Vorquartal 

Frankfurt am Main, 10. März 2026 – Das aktuelle Arbeitsmarkt­barometer der ManpowerGroup prognos­tiziert für das zweite Quartal einen saisonal bereinigten Netto-Beschäftigungs­ausblick* (NBA) von 18 Prozent – 5 Prozent­punkte unter dem Wert des Vorquartals. Damit kommt der Aufwärts­trend des letzten Quartals abrupt zum Stillstand. Im globalen Vergleich liegen die Job­aussichten in Deutschland damit deutlich unter dem inter­nationalen Durchschnitts­wert von 31 Prozent. Die Ergebnisse spiegeln die Einschätz­ungen der Unter­nehmen zum Zeit­punkt der Befragung wider. Die jüngsten geo­politischen Entwick­lungen, insbe­sondere die Eskalation im Nahen Osten, fanden darin daher noch keine Berück­sichtigung.

„Der Optimismus auf dem deutschen Arbeits­markt zum Jahres­start scheint vorbei“, sagt Iwona Janas, Country Manager der ManpowerGroup Deutschland. „Die Zahlen lassen darauf schließen, dass der Fokus im zweiten Quartal auf Stabilität, Kontinuität und nach­haltigen Einstellungen liegt. Doch Unter­nehmen dürfen jetzt das Momentum nicht verlieren und müssen bei der Planung lang­fristig denken.“

Das zeigt auch die Frage nach der konkreten Planung der Arbeit­gebenden in Deutschland: 45 Prozent planen keine Veränderung der Personal­anzahl, 35 Prozent beabsich­tigen zwischen April und Juni Personal aufzu­bauen und nur 18 Prozent rechnen mit einem Stellen­abbau, vor allem damit begründet, dass frei gewordene Stellen nicht nach­besetzt werden können (37 Prozent).

„Die Zahlen des ManpowerGroup Arbeitsmarkt­barometers unter­streichen, dass der Fach­kräfte­mangel sich zwar im Vergleich zu den Vorjahren leicht entspannt hat, aber noch lange nicht vorbei ist“, erklärt Janas. „Wenn Unter­nehmen Schwierig­keiten bei der kurz­fristigen Nach­besetzung offener Stellen haben, müssen sie bestehende Strategien und Heran­gehens­weisen hinter­fragen, um die passenden Personen aus einem engen Pool an Fach­kräften anzusprechen. Hier sind Personal­dienst­leister wie wir gefragt.“

Neueinstellungen werden mit Unter­nehmens­wachstum (38 Prozent) und Nach­besetzungen (31 Prozent) begründet. Unter­nehmen, die keine Verände­rungen planen, geben an, dass die derzeitige Personal­struktur ausreichend für die eigene Ziel­erreichung ist (41 Prozent) und dass keine großen Markt­verände­rungen in ihrer Branche zu erwarten seien (27 Prozent).

KI bringt noch wenig Nutzen für das Recruiting

Zusätzlich zu ihren Beschäftigungs­plänen hat die ManpowerGroup Arbeit­gebenden nach ihrer Nutzung und dem Mehrwert von KI gefragt. Den größten ROI sehen deutsche Unter­nehmen im Bereich Einsatz­planung und Prognosen (17 Prozent), jedoch gibt rund jedes fünfte Unter­nehmen (22 Prozent) an, noch gar keinen positiven Effekt durch den Einsatz von KI fest­stellen zu können. Nur 10 Prozent der Arbeit­gebenden sind der Meinung, dass aktuelle KI-Lösungen ihre Erwartungen in Bezug auf Recruiting, Onboarding und Weiter­bildung voll­ständig erfüllen. 30 Prozent der befragten Unter­nehmen nutzen KI aktuell weder im Recruiting, beim Onboarding oder bei der Einarbeitung neuer Mitarbeitenden.

Chart: Unerfüllte Erwartungen an KI beim Recruiting

Auch generell sehen Arbeit­gebende den Einsatz von KI durchaus problematisch: Nur 9 Prozent geben an, keinerlei Hinder­nisse bei der Nutzung von KI aus­machen zu können. Zentrale Heraus­forderungen beim seien in erster Linie Daten­schutz- und regula­torische Bedenken (15 Prozent), dicht gefolgt von unklaren Regeln für den Einsatz (10 Prozent) und fehlender KI-Kompetenz der Beschäftigten (9 Prozent).

Deutschland bei Beschäftigungs­absichten im unteren Drittel

Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass vor allem europäische Länder im Jahres­vergleich rück­läufige Einstellungs­absichten aufweisen. Neben Deutschland (-4 Punkte auf 18 Prozent) sind das die Schweiz (-7 Punkte auf 18 Prozent), Frankreich (-5 Punkte auf 15 Prozent), Belgien (-11 Punkte auf 13 Prozent), Slowakei (-8 Punkte auf 3 Prozent) und Rumänien (-13 Punkte auf -5 Prozent). Rumänien weist zusätzlich den niedrigsten NBA weltweit auf, der höchste NBA findet sich in Indien (68 Prozent, mit einer Verbesserung von +25 Punkten).

Informations- & Kommunikations­branche sowie Gast­gewerbe legen zu

Nur vier von neun unter­suchten Sektoren** in Deutschland können ihren NBA im Vergleich zum Vorjahr steigern. Der Bereich Versorgung & natürliche Ressourcen kann mit +13 Prozent­punkten den größten Anstieg für sich verbuchen. Die Informations- & Kommuni­kations­branche gewinnt +4 Prozentpunkte hinzu. Nur leicht verbessert zeigen sich auf niedrigem Niveau (NBA: 7 Prozent­punkte) das verarbeitende Gewerbe (+2) und der Bereich Handel und Logistik mit einem NBA von 24 Prozent­punkten (+1).

In allen anderen Sektoren haben sich die Job­perspek­tiven zum Teil stark eingetrübt: Insbesondere das Gast­gewerbe blickt mit einem Rück­gang von -24 Prozent­punkten und einem NBA von 22 pessimis­tischer auf die kommenden drei Monate. Ebenfalls stark betroffen von den zurück­haltenden Beschäftigungs­aussichten sind die Finanz & Versicherungs­branche mit 18 Prozent (-21 Punkte im Jahres­vergleich) sowie der Bau- & Immobilien­sektor mit 15 Prozent (-12 Prozent­punkte).

Überregional rück­läufige Zahlen, Stabilität in Norden und Osten

Im regionalen Vergleich weist Berlin den höchsten NBA auf (27 Prozent, -1 Punkte im Vergleich zum Vorjahr), während die Region Süd mit 9 Prozent den niedrigsten NBA verzeichnet (+1 Punkt). Im Vergleich zum Vorjahr verliert der Westen mit einem NBA von 16 (-11 Punkte) besonders deutlich. Auch im Osten blicken die Unter­nehmen bei einem NBA von 17 Prozent­punkten pessimis­tischer in die Zukunft als von einem Jahr (-10 Punkte). Positiver fällt der Ausblick in den Stadtregionen München (+6 Punkte auf 21 Prozent, wobei die Region im Vorquartalsvergleich mit -17 Punkten kurz­fristig verliert) und Frankfurt (+5 Punkte auf 26 Prozent) aus.

Kleine Unternehmen wollen wachsen

Kleine Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten zeigen mit einem NBA von 24 eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr (+8 Punkte). Alle weiteren Unter­nehmens­größen weisen spürbare Rück­gänge auf. Am stärksten sind diese bei Kleinst­unternehmen mit weniger als 10 Mitarbei­tenden (-14 Punkte auf 3 im Vergleich zum Vorjahr) und bei Groß­unter­nehmen mit mehr als 5.000 Mitarbei­tenden (-11 Punkte auf nur noch 6 Prozent).

Zu den vollständigen Ergebnissen und dem kosten­­losen Download:

> ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer / MEOS Q2-2026

ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer MEOS Q2-2026 DE

Die nächste Umfrage wird im Juni 2026 veröffentlicht und über die Einstellungs­­erwartungen für das dritte Quartal 2026 berichten.

*Der Netto-Beschäftigungs­­ausblick (NBA) errechnet sich aus dem Anteil der Unter­nehmen, die einen Beschäf­tigungs­­anstieg erwarten, abzüglich derer, die einen Beschäftigungs­­rückgang prognos­tizieren. An der Befragung nahmen weltweit über 41.700 und deutschland­weit 1.004 Unter­nehmen teil. Die aktuelle Unter­suchung wurde am 3. Februar 2026 abgeschlossen.

**Über die Branchen: ManpowerGroup hat die Branchen­klassifizierung aktualisiert, um sicher­zu­stellen, dass die Ergebnisse und Aussagen die globale wirtschaftliche Struktur besser wider­spiegeln. Mit der Veröffentlichung des MEOS Q1/2026 werden die Daten für neun Branchen ausgewiesen: Bau & Immobilien; Finanzen & Versicherungen; Gastgewerbe; Information & Kommunikation; Verarbeitendes Gewerbe; Professionelle, wissen­schaftliche & technische Dienstl­eistungen; Öffentlicher Sektor, Gesundheit & soziale Dienste; Versorgung & natürliche Ressourcen sowie Handel & Logistik. Die historischen Daten wurden neu klassifiziert, um die Konsistenz im Zeitverlauf zu gewähr­leisten. Die nationalen und regionalen Auswertungen bleiben unverändert. Diese Aktualisierung verbessert die Vergleich­barkeit mit anderen Studien und gewähr­leistet eine größere Relevanz für Kunden, Medien und Markt­teilnehmer.

Über das ManpowerGroup Arbeitsmarkt­barometer

Das Arbeitsmarktbarometer ist auch als ManpowerGroup Employment Outlook Survey (MEOS) bekannt und existiert bereits seit über 60 Jahren. Die Studie wird im Drei­monats-Rhythmus veröffentlicht und gilt weltweit als wichtiger Indikator zur Einschätzung der zukünftigen Arbeits­markt­entwicklung. Die Studie ist die umfassendste zukunfts­orientierte Beschäf­tigungs­umfrage ihrer Art und misst repräsentativ die Erwartungs­haltung von Arbeit­gebern zur Beschäf­tigungs­lage ihres eigenen Unter­nehmens in Bezug auf das jeweils voraus liegende Quartal. Die Ergebnisse sind aufge­schlüsselt nach Branchen und Regionen und finden weltweit bei Ökonom­*innen, Arbeits­markt­expert­*innen und Finanz­analyst­*innen Beachtung.

Über die ManpowerGroup Deutschland

Mit rund 7.000 Mitarbei­tenden zählt die ManpowerGroup zu den größten Personal­­dienst­­leistern in Deutschland. Unter dem Dach der Unter­nehmens­­gruppe agieren die Gesell­­schaften Manpower, Experis, Talent Solutions sowie speziali­sierte Einzel­­marken. Die ManpowerGroup ist Pionier der Zeitarbeit und hat das Modell der Arbeit­­nehmer­­über­lassung erfunden. Mittler­­weile ist das Unter­nehmen seit 75 Jahren für Bewerber­­*innen und Unter­­nehmen am Markt aktiv und setzt Branchen­­standards. Die ManpowerGroup unter­­stützt Unter­­nehmen bei ihrer Transfor­­mation in der sich stetig und rasant wandelnden Welt der Arbeit und stellt umfassende Lösungen für das Rekrutieren, Entwickeln und Managen der für den nach­­haltigen Erfolg notwen­digen Fach­kräfte bereit. In Deutschland ist die ManpowerGroup seit 1965 tätig und gehört zu der amerika­­nischen ManpowerGroup™.

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ManpowerGroup Deutschland GmbH & Co. KG

Pressestelle
Dr. Katrin Luzar
Frankfurter Straße 60-68
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