Studie zeigt einen widerstandsfähigen Arbeitsmarkt zum Jahresende
Die wirtschaftlichen Herausforderungen halten weltweit unvermindert an – trotzdem ist der Arbeitsmarkt laut den teilnehmenden Unternehmen überraschend stabil und optimistisch.

Es ist wieder Zeit für das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer – diesmal für das vierte Quartal 2024. Das Ergebnis: Ein Netto-Beschäftigungsausblick von 22 %. Mit anderen Worten: Alle Unternehmen, die im nächsten Quartal personell wachsen wollen, abzüglich der Unternehmen, die Personal abbauen wollen, ergeben insgesamt 22 % der deutschen Arbeitgeber. Im dritten Quartal waren es 23 % gewesen.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland und dem Rest der Welt halten unvermindert an – trotzdem ist der Arbeitsmarkt laut den teilnehmenden Unternehmen hierzulande stabil. Ein Hinweis darauf, dass sich Arbeitgeber in Deutschland weder durch schwierige Zeiten „ins Boxhorn jagen“ lassen noch auf Aufschwünge mit überzogenem Enthusiasmus reagieren. Unternehmen in Deutschland sind vorsichtig, was die Einstellungsabsichten angeht, und warten ab, was die Zukunft bringen mag.
Fachkräfte in IT, Transport, Logistik und Automotive gesucht
Besonders in drei Branchen werden qualifizierte Fachkräfte nach wie vor händeringend gesucht: Die IT wächst mit 44 % am stärksten. Transport, Logistik und Automotive haben mit 31 % den zweithöchsten Netto-Beschäftigungsausblick und Konsumgüter und Dienstleistungen sitzen mit 30 % auf Platz drei. Auf der anderen Seite des Spektrums sieht die Lage in der Energiebranche weniger optimistisch aus – schwankende Ölpreise und neue Gesetze zur Nachhaltigkeit tun hier ihre Wirkung.
Gute Nachrichten für das Ruhrgebiet: Mit 36 % haben die Einstellungsabsichten in dieser Region nach wie vor die Nase vorn. Auch für Jobsuchende in München gibt es gute Nachrichten, denn hier ist der Netto-Beschäftigungsausblick um 9 Prozentpunkte auf 20 % gestiegen.
Power Shift: Arbeitgeber sehen bei sich mehr Verhandlungsmacht
Wer sitzt am längeren Hebel, wenn Gehälter verhandelt und Rahmenbedingungen für Arbeitnehmende festgelegt werden? Auch in diesem Quartal hält das Arbeitsmarktbarometer wieder eine Zusatzbefragung bereit. Arbeitgeber sind offenbar der Meinung, dass sich die Machtverhältnisse geändert haben. Waren sie in vergangenen Jahren noch größtenteils darauf angewiesen, es Kandidat*innen und Mitarbeitenden möglichst recht zu machen, scheint sich die Verhandlungsmacht verschoben zu haben. Unternehmen sitzen zukünftig bei solchen Entscheidungen am längeren Hebel – zumindest aus ihrer eigenen Perspektive geht es um einen „Power Shift“.
Alle Zahlen im Überblick
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