Gleichstellung im Beruf: Wo steht Deutschland wirklich?
Die Ergebnisse des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers für das erste Quartal 2025 zeigen wenig Fortschritt bei der zur Geschlechtergleichstellung in deutschen Unternehmen.

Trotz zahlreicher Bemühungen und Diskussionen scheint die Gleichberechtigung langsamer voranzukommen, als sich vielleicht erhoffen ließe.
Keine sichtbaren Veränderungen bei der Gleichberechtigung
Die Studie ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer offenbart eine bittere Wahrheit: Nur 24% der Unternehmen geben an, vollständige Gleichberechtigung erreicht zu haben – ein Wert, der sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert hat. Ein Viertel der Unternehmen sieht sich noch „einigermaßen weit“ von einer vollständigen Gleichberechtigung entfernt, während 11% sogar einräumen, dass sie noch „einen weiten Weg“ vor sich haben. Beides sind nur minimale Steigerungen von plus zwei Prozent im Jahresvergleich. Bei denen, die “nahe dran” sind, ist der Wert laut den teilnehmenden Unternehmen sogar gesunken (minus drei Prozent). Eine Steigerung zeigt sich nur in der IT (+15%) und im Sektor Industrie und Werkstoffe (+3%) – zwei historisch männlich dominierte Branchen, die einige Vorwärtsschritte verbuchen können.
Trotz allen Stillstands in den Zahlen stellt sich eine weitere Frage: Bedeutet die Aussage der deutschen Arbeitgeber ein tatsächliches Plateau in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter? Oder ist es möglich, dass zunehmende Aufklärung dazu beiträgt, Ungleichheiten sichtbarer zu machen und entsprechend mehr Unternehmen zu einer realistischeren Einschätzung befähigt? Große Auswirkungen wird dieser Faktor wohl kaum auf die Studienzahlen haben. Dennoch kann es nicht schaden, solche Möglichkeiten bei der Interpretation der Daten im Hinterkopf zu behalten.
Ein Lichtblick in der Lohngerechtigkeit
Immerhin gibt es eine positive Entwicklung bei der Lohngerechtigkeit. Fast die Hälfte der Arbeitgeber (49%) ist mit ihren Lohngerechtigkeitsinitiativen auf dem geplanten Kurs. Das stellt eine leichte Verbesserung zum Vorjahr dar. Besonders fortschrittlich zeigen sich dabei Kommunikationsdienstleistungen mit 66% und wieder der IT-Sektor mit 56% erfolgreicher Lohngerechtigkeitsimplementierung.
Was treibt Geschlechtergleichheit voran? Von vertrauensvoller Unternehmenskultur bis DEIB-Initiativen
Welche Maßnahmen tragen dazu bei, die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz zu unterstützen und zu fördern? Auch dazu wurden die Unternehmen im Rahmen des Arbeitsmarktbarometers befragt. Zu den entscheidenden Strategien gehören:
- Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zu Teams (34%)
- Wirksame Unterstützung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden (34%)
- Unterstützung von Arbeitnehmenden mit Betreuungspflichten (32%)
- Umsetzung von Maßnahmen für chancengleiche berufliche Entwicklung (30%)
- Mentoring-Programme für Mitarbeitende verschiedene Arbeitsmodelle (28%)
- und mehr.
Dass es sich hierbei um weitaus mehr als eine moralische Frage handelt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Gleichberechtigung ist ein Wettbewerbsfaktor ersten Ranges. Unternehmen, die Diversität und Inklusion, nicht nur in Bezug auf das Geschlecht, ernst nehmen, gewinnen Zugang zu einem breiteren Talentpool, höhere Innovationskraft durch unterschiedliche Perspektiven, eine verbesserte Arbeitgeberattraktivität sowie gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung.
Dass die Gleichberechtigung aller Geschlechter permanentes Zutun und zielgerichtetes, planvolles Handeln erfordert, wird durch die Zahlen aus dem ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer deutlich. Aktive Förderung sowie transparente Karrierepfade und der Abbau struktureller Barrieren gehören hoch auf die Agenda, wenn Arbeitgeber konkurrenz- und zukunftsfähig bleiben wollen.
Entdecken Sie noch mehr Strategien, die laut der befragten Arbeitgeber Gleichberechtigung fördern, sowie detaillierte Zahlen zu den Einstellungsabsichten deutscher Unternehmen für das erste Quartal 2025.
Laden Sie hier den vollständigen Deutschland-Report des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers herunter.
