Studie: Deutsche Unternehmen planen weniger Personalzuwachs
Was bedeutet diese Aussicht für Arbeitgeber und Mitarbeitende? Die Studie der ManpowerGroup, das Arbeitsmarktbarometer Q4-2023, zeigt die Aussichten für das vierte Quartal.
Es ist wieder so weit: Das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer Q4-2023 zeigt die neuesten Zahlen zum Beschäftigungsklima in Deutschland auf. Und dieses Mal liegt ein Wandel in der Luft. Die Einstellungsbereitschaft deutscher Unternehmen ist von 28 % auf 22 % gesunken und zeigt zusammen mit den vorhergehenden Quartalen einen Abwärtstrend.
Nach wie vor stark dabei sind der Energie- und Versorgungssektor (47 %) sowie die IT-Branche (36 %). Hier ist die Personalnachfrage weiterhin hoch. Das dürfte kaum verwundern, sind doch Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Digitalisierung drei der wichtigsten Themen, die die Arbeitswelt der Zukunft prägen.
Was bedeutet der verhaltene Beschäftigungsausblick für den deutschen Arbeitsmarkt?
Die Einstellungsabsichten von Unternehmen sind nach wie vor positiv, wenn auch verhalten. Die gute Nachricht ist also, dass weiterhin mehr Mitarbeitende eingestellt werden sollen als Personal abgebaut wird. Ein nuancierter Blick ist also angesagt.
Wirtschaftliche Unsicherheiten auf globaler Ebene wirken sich auf Arbeitgeber aus. Gleiches gilt für den Fachkräftemangel. Insbesondere in Branchen wie dem Energie- und Versorgungssektor sowie der IT-Branche wird es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden.
Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Recruiting-Strategien überdenken müssen. Der Fachkräftemangel erfordert kreative Ansätze, um qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen. Dies kann bedeuten, dass Unternehmen verstärkt auf Zeitarbeitskräfte, Gig-Arbeiter oder alternative Arbeitsmodelle setzen. Es bedeutet auch, wie die Zusatzbefragung innerhalb des aktuellen Arbeitsmarktbarometers zeigt, dass Unternehmen ihre Kriterien bei der Bewerberauswahl deutlich erweitern.
Laut Studie profitieren z. B. Talente mit Brüchen oder Lücken im Lebenslauf (30 %) von den geänderten Einstellungsvoraussetzungen, ebenso Kandidat*innen, die nicht über sämtliche der gewünschten Technik- (30 %) oder Soft Skills (23 %) verfügen.
Bei jüngeren Mitarbeitenden wiederum reduzieren Arbeitgeber ihre Erwartungshaltung an einen Hochschulabschluss: Statt bei der Besetzung offener Stellen nur auf einen bestimmten Abschluss oder Notendurchschnitt zu achten, sind immer häufiger die fachlichen Qualifikationen und Erfahrungen ausschlaggebend.
Aber auch das Potenzial der älteren Generation wird zunehmend genutzt: 39 % der befragten Arbeitgeber haben in den vergangenen zwölf Monaten verstärkt ältere Bewerber*innen eingestellt.
Think big? Große Städte und große Unternehmen stellen mehr Personal ein
Das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer bestätigt außerdem, dass höhere Jobchancen bei mittelgroßen (28 %) und großen (37 %) Unternehmen bestehen. Jedoch lohnt sich ein Blick auf die Trends: Kleinstunternehmen bezeichnen zwar nur einen Netto-Beschäftigungsausblick von 16 %, liegen aber ganze sieben Prozentpunkte über dem Vorjahr, während die Zahl bei Großunternehmen um 11 Prozentpunkte gesunken ist.
Nicht selten sind kleine Organisationen flexibler und können schneller auf Veränderungen reagieren, während Großunternehmen vermehrt auf Outsourcing und Automatisierung setzen. In der aktuellen Situation können beide ihre jeweiligen Stärken nutzen: Kleine Unternehmen, können ihre Arbeitgeberattraktivität durch individuelle Rahmenbedingungen erhöhen. Indes sollten Großunternehmen verstärkt internen Wandel und Weiterbildung fördern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für beide gilt: Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, neue Fähigkeiten zu erlernen, sind entscheidend, um auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.
Sie wollen sich die Zahlen und Daten aus dem ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer selbst ansehen und mehr über einzelne Branchen und Regionen erfahren?
> Zur vollständigen Studie des Arbeitsmarktbarometers Q4-2023
