Kontraste im Arbeitsmarkt: Wo Einstellungen wachsen – und wo sie verschwinden
Das Arbeitsmarktbarometer prognostiziert für das zweite Quartal ein moderates Wachstum (22%), doch die Branchen driften auseinander – Boom hier, Stillstand dort.

Das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer Q2-2025 ist da! Es zeigt: Während der Netto-Beschäftigungsausblick in Deutschland insgesamt bei moderaten 22 Prozent liegt, zeigt ein genauerer Blick auf die Branchen ein Bild voller Gegensätze: Während einige Sektoren geradezu boomen, stehen andere auf der Bremse.
Finanzen & Immobilien führen die Liste an
Mit einem Anstieg von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorquartal und satten 25 Punkten im Jahresvergleich ist der Finanz- und Immobiliensektor besonders stark gewachsen. Der NBA liegt hier nun bei stolzen 43 Prozent – ein klares Signal für die Stärke der Branche.
Der Immobilienmarkt stand in den vergangenen Jahren stark unter Druck. Doch offenbar ist genügend Stabilität für Wachstum vorhanden und neue Geschäftsmodelle – nicht zuletzt durch die Digitalisierung getrieben – schaffen neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Zudem dürften regulatorische Anforderungen und der wachsende Bedarf an Finanzberatung für die Altersvorsorge zusätzliche Stellen im Finanzsektor generieren.
Kommunikationsdienstleistungen: Leicht abgekühlt, aber weiterhin heiß
Trotz eines Rückgangs um 6 Prozentpunkte bleibt der Kommunikationssektor mit einem NBA von 39 Prozent ein Jobmotor. Die leichte Abkühlung könnte auf eine gewisse Sättigung nach Jahren rasanten Wachstums oder auf Konsolidierungsprozesse in der Branche hindeuten. Hier erfahren Sie mehr über die Gründe für Stellenaufbau und -abbau im deutschen Markt. Dennoch: Der Digitalisierungstrend und der steigende Bedarf an Kommunikationslösungen sorgen dafür, dass die Branche weiterhin deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt.
Transport, Logistik & Automobil: Sorgenfalten vertiefen sich
Die verhaltene Seite der Beschäftigungsaussichten findet sich im Bereich Transport, Logistik und Automobil. Mit einem erneuten Rückgang um 5 Prozentpunkte auf nun 13 Prozent NBA setzt sich der negative Trend fort. Die Automobilindustrie, lange Zeit das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der durch Elektrifizierung, autonomes Fahren und veränderte Mobilitätskonzepte geprägt ist.
Hinzu kommen Herausforderungen im Logistiksektor durch steigende Kosten und Nachhaltigkeitsanforderungen. Diese strukturellen Veränderungen in Kombination mit der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit führen zu einer spürbaren Zurückhaltung bei Neueinstellungen.
IT bleibt stabil – Fundament der digitalen Transformation
Mit einem NBA von 28 Prozent (minus 1 Prozentpunkt) erweist sich die IT-Branche als bemerkenswert stabil. Trotz wirtschaftlicher Schwankungen bleibt der Bedarf an IT-Fachkräften hoch, da die digitale Transformation in praktisch allen Wirtschaftszweigen voranschreitet. Cloud-Technologie, KI-Tools und Cybersicherheit treiben die Nachfrage nach spezialisierten Fachkräften weiter an.
Ein gespaltener Arbeitsmarkt
Das Arbeitsmarktbarometer Q2-2025 zeichnet das Bild einer gespaltenen Wirtschaft: Auf der einen Seite stehen zukunftsorientierte Sektoren wie Finanzen, Kommunikation und IT mit überdurchschnittlichen Beschäftigungsaussichten. Auf der anderen Seite kämpfen traditionelle Industriezweige wie die Automobilbranche mit tiefgreifenden Veränderungen.
Bemerkenswert ist auch die regionale Entwicklung: Während der NBA in Ostdeutschland um 9 Prozentpunkte zulegt und in Berlin um 8 Prozentpunkte steigt, verzeichnet Frankfurt einen dramatischen Rückgang um 17 Prozentpunkte. Diese Verschiebungen deuten auf eine Neuordnung der wirtschaftlichen Landschaft hin, bei der traditionelle Industriestandorte kurzfristig unter Druck geraten können, während andere Regionen auch von Quartal zu Quartal von neuen Wirtschaftszweigen profitieren.
In diesem dynamischen Umfeld ist eine vorausschauende Personalplanung wichtiger denn je – sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmende, die ihre Karriereentscheidungen an den Trends im Arbeitsmarkt ausrichten möchten.
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