Gefragte Expertise
Kathrin Hess, Managing Director Manpower, spricht beim Round Table Personalberatung über die Bedürfnisse von Kandidaten und Anforderungen an Unternehmen.

Der Krieg in der Ukraine habe aktuell keine starken Auswirkungen auf das Einstellungsverhalten von Unternehmen, sagt Kathrin Hess, Managing Director bei Manpower. Corona hatte dagegen einen viel stärkeren Einfluss, denn in den ersten Monaten ging die Zahl der Kunden für Personalberater zunächst stark zurück. Die Branche erholte sich jedoch schnell.
Der Wunsch nach mehr Freiheit
Viel mehr als früher sei es für Kandidat*innen wichtig, von ihrem potenziellen Arbeitgeber genügend Freiheit zu erfahren. Unternehmen, die dies ermöglichen, haben größere Chancen auf qualifizierte Bewerbungen. Hier herrsche noch viel Handlungsbedarf von Unternehmen: „Wir sind im deutschen Markt noch nicht so weit, dass die Voraussetzungen für eine neue Führungskultur überall vorhanden sind.“
Wechselbereite identifizieren und überzeugen
Um anspruchsvolle Kandidat*innen für sich zu gewinnen, müssen individuelle Situationen berücksichtigt werden – Was sich Berufstätige von ihren Arbeitgebern wünschen, unterscheidet sich nämlich stark von Fall zu Fall. „Die Kunst ist, der Individualität der Kandidatinnen und Kandidaten gerecht zu werden,“ sagt Kathrin Hess. Die enorme Spannbreite von Wünschen reiche von flexibler Arbeitszeit über Homeoffice-Optionen bis hin zur Berücksichtigung von Haustieren.
Diversity und Nachhaltigkeit kommen langsam, aber sicher
Die Entwicklung hin zu mehr Sichtbarkeit von Frauen in Unternehmen braucht laut Kathrin Hess noch Zeit. Eine Frauenquote sei aber nicht die Lösung, denn „Für mich ist eher relevant, wer die beste Qualifikation hat – und der oder die sollte dann auch den Job bekommen.“ Hierzu sei jedoch unbedingt Fairness erforderlich, um Chancengleichheit für Männer und Frauen zu ermöglichen. Nachhaltigkeit sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt von Suchaufträgen, denn bei Bewerbungen werde diese von Kandidatenseite häufig nachgefragt. Dabei geht es zum Beispiel um die Themen Umweltschutz und soziales Engagement.
Die 5 wichtigsten Erkenntnisse
- Die positive Entwicklung der Branche besteht trotz Corona-Krise und Krieg in der Ukraine, jedoch könnten gesamtwirtschaftliche Folgen dies nachträglich beeinflussen.
- Sowohl Unternehmen als auch sich Bewerbende haben hohe Ansprüche bei der Besetzung von Executive-Positionen. Personalberatenden fällt hier eine wichtige Vermittlerrolle zu.
- Der persönliche Austausch sowie geeignete Konditionen werden zunehmend wichtig, denn Kandidat*innen werden unberechenbarer.
- Bei Suchaufträgen spielen Diversity und Nachhaltigkeit bereits eine Rolle. Diese könnte in Zukunft noch wichtiger werden.
- Dort, wo Prozesse automatisiert werden können, gehören digitale Tools mittlerweile zur Grundausstattung von Executive-Search-Spezialisten.
Der Beitrag ist erschienen im Magazin Personalwirtschaft Ausgabe 6/2022. Lesen Sie jetzt den vollständigen Beitrag.
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