Neue Fachkräftestrategie: Ein Mittel gegen den Personalmangel?
Im Fokus der Bundesregierung stehen 5 Handlungsfelder. Doch laut DPU können Unternehmen auch selbst mit unkonventionellen Maßnahmen erfolgreich rekrutieren.

Fachkräfte zu finden, wird in vielen Branchen komplizierter. Die Sonderbefragung der ManpowerGroup zum Thema Fachkräftemangel besagt, dass weltweit schon 75 Prozent der Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen sind.
So haben in Deutschland insbesondere kleine Firmen mit 10 bis 49 Mitarbeitenden Schwierigkeiten bei der Personalsuche. Die gefragtesten Berufsbilder sind laut Studie Expert*innnen für IT und Datenverarbeitung, Human Resources, Logistik, Vertrieb und Produktion.
Der Bund will mit neuer Fachkräftestrategie Abhilfe schaffen
„Fachkräftesicherung ist Wohlstandssicherung“, so Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Die Wirtschaft braucht viele und gut qualifizierte Fachkräfte, um den Strukturwandel zu gestalten, den Wohlstand und die Sozialsysteme zu sichern.
Im Fokus stehen fünf Handlungsfelder:
- Eine zeitgemäße Ausbildung und frühzeitigere Berufsorientierung
- Eine gezielte Weiterbildung für künftige neue Tätigkeitsbereiche
- Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen mit verbesserter Arbeitszeitgestaltung und Kinderbetreuung
- Steigerung der Arbeitsqualität, Wandel der Arbeitskultur und flexibler Ruhestand
- Eine moderne Einwanderungspolitik mit weniger Bürokratie
So ist es wichtig, für die Rekrutierung von Mitarbeitenden aus dem Ausland, die Einwanderung aus Drittstaaten zu vereinfachen und die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufs- und Studienabschlüssen zu erleichtern.
Für den Ausbildungsmarkt sind die duale Berufsausbildung und der Ausbau für Angebote zur beruflichen Orientierung z.B. Schülerpraktika, Veranstaltungen und digitale Informationsangebote von zentraler Bedeutung.
Mit Blick auf die rasanten Entwicklungen in der Digitalbranche ist es der richtige Ansatz, die Aus- und Fortbildungsordnungen sowie die Weiterbildung zu modernisieren. Auch Quereinstiege in digitale Bereiche wirken dem Fachkräftemangel entgegen.
Eigene Maßnahmen für Unternehmen
Im Blick auf geeignete Fachkräfte, gewinnt das Boomerang-Hiring an Attaktivität, Das bedeutet das erneute Einstellen ehemaliger Mitarbeitenden. Hier locken bekannte Arbeitsroutinen und ein gewohntes Arbeitsumfeld.
Beim Reverse Recruiting, bemühen sich nicht nur Bewerber*innen um die besten Jobs, sondern zunehmend auch Unternehmen um die besten Mitarbeitenden. So bewirbt sich z.B. eine Firma mit einem Unternehmenslebenslauf bei potenziellen Angestellten. Das eignet sich für passive Talente und hilft, um späte Absagen und damit hohe Kosten im Bewerbungsprozess zu vermeiden.
Auf freie Mitarbeitende setzen passt, wenn Unternehmen auf der Suche nach Digital-Expert*innen sind. Hier können Freiberufler*innen Fachkräftelücken zu schließen, denn oft sind gefragte digitalen Talente durch bestehende Arbeitsverhältnisse nicht frei verfügbar. Freelancer unterstützen oft kurzfristige und vermeiden langwierige Recruiting-Prozesse. Als Chance können sich Festangestellte und Freiberufler*innen optimal ergänzen. Denn der Austausch mit erfahrenen Expert*innen bildet weiter, schafft neue Ideen und dient letztlich dem Projekterfolg. Bestenfalls profitieren alle voneinander.
Lesen Sie den vollständigen Artikel, des DPU für weitere Details zu den Handlungsfeldern und auch die Studie zum Fachkräftemangel.
Der Beitrag ist erschienen auf der Online-Plattform des DUP Unternehmer Magazin am 19.10.2022.