Zeitarbeit hilft Integrationshürden zu überwinden
Kathrin Hess, Geschäftsführerin von Manpower, im Interview mit der Stuttgarter Zeitung zum Thema Zeitarbeit.

Im Interview kritisiert Kathrin Hess die in ihrer Branche unzureichende Reform des Einwanderungsrechts. Personaldienstleister könnten hier stärker zur Integration beitragen, doch die Reform geht der Zeitarbeitsbranche nicht weit genug.
Kathrin Hess stellt sich den Fragen von Matthias Schiermeyer und schildert den Wandel der Zeitarbeitsbranche - auch wegen des demografischen Wandels. Sie beschreibt die Gründe aus Sicht der Zeitarbeit, warum es Unternehmen immer schwerer fällt, die Personalbedarfe zu decken.
Kandidat*innen entscheiden heute eher nach ihren eigenen Kriterien bei der Job-Wahl, anstatt Unternehmen aus einer großen Auswahl an Bewerbern. Durch den Fachkräftemangel versuchen Unternehmen vermehrt Beschäftigte an sich zu binden, doch jüngere Generationen wollen auch unterschiedliche Dinge ausprobieren.
So fordern und verursachen unvorhersehbare Ereignisse wie Corona und Ukraine-Krieg Volatilität und Flexibilisierung in der Wirtschaft. Dadurch suchen auch Unternehmen Flexibilität im Personalbereich und gerade hier ist Zeitarbeit das geeignete Instrument. Damit wird der Stellenwert der Zeitarbeitsbranche auch in Zukunft hoch sein.
Zeitarbeit gibt Planungssicherheit bei personellen Entscheidungen und Rekruter*innen stehen Unternehmen als Experten zur Verfügung - geeignete Kandidat*innen zur finden ist ihr Kerngeschäft. Möglicherweise wird sich der Schwerpunkt in der Personalvermittlung etwas verschieben. Der Anteil an direkter Vermittlung wird aufgrund veränderter Bedürfnisse der Kandidat*innen wachsen.
Kathrin Hess beschreibt insbesondere die Rolle für die Zeitarbeit in der Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Grenzübergreifende Rekrutierung ist in Bezug auf den Fachkräftemangel immens wichtig. Gerade hier können Personaldienstleister beim Start ins deutsche Berufsleben helfen und zur Integration beitragen. Sie helfen Unternehmen unter anderem bei Sprachbarrieren sowie Bürokratie und betreuen ausländische Angestellte individuell. Hier lässt die Reform des Einwanderungsrechts stark zu wünschen übrig. So soll es Zeitarbeitsfirmen auch künftig verboten sein, Personal aus Drittstaaten anzuwerben und in Deutschland zu beschäftigen.
Lesen Sie die vollständigen Beiträge aus dem Printmedium in den beigefügten PDF´s. Das Thema fand Erwähnung auf Seite 1 und als vollständiges Interview auf Seite 7.
Der Beitrag erschien in der Printausgabe der Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten am 23.01.2023.